Miteinander reden – Vier Schritte, wie du du selbst bleibst UND den anderen erreichst

Miteinander reden – das Alltagsgeschäft…

Was für ein Tag! Du greifst zum Telefon, durch deinen Körper rauschen Glückshormone und Adrenalin, dein Herz tanzt und du bekommst das Grinsen nicht aus dem Gesicht. Die Nummer deines Lieblingsmenschen ist schnell gewählt – diese Neuigkeiten musst du teilen! Nach ein paar Mal klingeln hebt der andere ab und es platzen Tagesglanzpunkt und deine riesige Freude aus dir heraus. “Oh, ahja, cool. Du, ich kann gerade nicht – vielleicht meld ich mich heute Abend nochmal, ja?”

Vor ein paar Wochen hast du dir den Vorsatz gesetzt, nur noch mittwochs und sonntags Fleisch zu essen – dein Leben, dein Konsum. Nun ist es Freitag und du bist auf einer Grillparty eingeladen. Ohne dir mehr dabei zu denken, marinierst du Maiskolben und packst die scharfe Chilli-Seitan-Tofu-Wurst ein, die dir eine Freundin empfohlen hat. Gut gelaunt legst du alles auf den bereits beladenen Grill, als dich jemand von der Seite anspricht. “Ey ernsthaft? Bist du jetzt auch einer von diesen Anti-Fleisch-Ökos?”

Montag Morgen im Büro. Das erholsame Wochenende wirkt noch in dir nach und auch wenn viel ansteht, siehst du den Aufgaben recht gelassen entgegen. Zumindest bis die Türe aufgeht und diese eine Kollegin reinkommt… “Ich glaub’s nicht, wir müssen jetzt auch noch dieses Projekt verwalten. Als ob wir nicht schon genug zu tun hätten! Die Dicken packen sich immer noch mehr in die Tasche und der kleine Mann muss bluten – so war das schon immer! Und dann werden die Kunden auch immer pampiger! …”

Da stellt sich die Frage: Wie geht man mit solchen Situationen hilfreich um? Und was ist in diesem Kontext überhaupt ein hilfreicher Umgang? Stell dir vor, du könntest hierauf so antworten, dass du bei dir bleibst, deine Bedürfnisse im Blick behälst und wirklich ehrlich sprichst, ohne dich zu verbiegen oder etwas abzuwiegeln. Und gleichzeitig auf eine Art und Weise, dass du den anderen wirklich erreichen kannst, mit ihm tatsächlich in Austausch trittst und damit zu einer Verbesserung der Situation beiträgst.

 

Miteinander reden mit der gewaltfreien Kommunikation

Es gibt etliche Kommunikations ”Tools”, Strategien und Tricks, die versprechen, dass man durch sie überzeugen, seriös auftreten, seine Grenzen vertreten oder manipulieren könne. Doch unter dieses Sammelsorium fällt die Gewaltfreie Kommunikation nicht. Sie ist vielmehr eine ganz neue Art zu denken und aus einem echten Kontakt zu sich selbst heraus authentisch und hilfreich zu sprechen. Besonders wertvoll habe ich diese Art zu kommunizieren in Wut-Momenten erlebt – eben dann, wenn Konflikte lösen ansteht.

Marshall Rosenberg, der Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, lebte dafür. Er begann damit, Vorträge und Einladungen in ganz Amerika anzunehmen – mit sehr wenig finanziellen Mitteln. Dazu übernachtete er mal bei Freunden oder Bekannten und auch mal unter Brücken. Später war er auf der ganzen Welt als Mediator aktiv, unter anderem im israelisch-palästinensischen Konflikt, in Brennpunkt-Schulen und im Alltag, wenn ihn jemand wegen seines jüdischen Hintergrundes beleidigte.

Er prägte Sätze wie:

“Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, fortschreitend weniger dumm zu werden.”

Oder

“Tue nichts, was du nicht aus spielerischer Freude heraus tust.”

Und seine Überzeugung, die die gesamte Gewaltfreie Kommunikation durchzieht, war die, dass der Schlüssel zu echter und einfühlsamer Kommunikation der Kontakt zu unseren Bedürfnissen und denen des anderen sind. Wenn dies gelingt, sagt er, haben wir keine Feinde. Konflikte lösen beginnt also in uns selbst und im Kontakt mit uns selbst.

Dabei ist das Ziel der Gewaltfreien Kommunikation eine Beziehung zum anderen aufzubauen, deren Basis Offenheit und Mitgefühl ist. Es geht hierbei also um den komplett authentischen Ausdruck unseres Innenlebens – auf ehrlichste und zugleich anschuldigungsfreie Weise. Ich habe die Gewaltfreie Kommunikation dabei als unglaublich mächtig erlebt. Sie birgt enorm viel Potential, Konflikte oder Missverständnisse wirklich aufzulösen. Vor allem gibt sie dir einen Leitfaden an die Hand, mit dem du in heiklen Situationen, in denen du sonst vielleicht sprachlos wärst, dich authentisch auszudrücken kannst, mit allem, was du bist und was dir wichtig ist, und dennoch so, dass es bei der anderen Person ankommen kann.

Doch – was ist da eigentlisch gerade authentisch in dir los, wenn dein Lieblingsmensch deine tolle Nachricht abwürgt, ein Bekannter einen unerwartet fiesen Spruch raushaut oder eine Kollegin dich mit ihrer negativen Energie zumüllt? Und möchtest du das, was in dir vorgeht, überhaupt dem anderen gegenüber ausdrücken??

Das alles werden wir nun an den vier Schritten der Gewaltfreien Kommunikation gemeinsam erforschen – und direkt auf diese heiklen Situationen anwenden!

 

Miteinander reden in vier Schritten

Lassen wir uns also auf das Abenteuer ein, die vier Komponenten einmal näher zu betrachten. Diese sind:

  1. Die auslösende Situation beschreiben
  2. Deine Gefühle nennen
  3. Deine Bedürfnisse nennen, die hinter den Gefühlen stehen
  4. Einen Wunsch äußern

So simpel diese vier Schritte erst einmal klingen, miteinander reden in dieser Form ist nicht einfach. Wir knüpfen deshalb an die Abbildung an, die im Artikel „Mut zur Wut“ bereits auftauchte. Der Blitz beschreibt die auslösende Situation. Dieser Auslöser (der durchaus etwas sein kann, was ein anderer sagt oder tut) trifft auf unsere Bedürfnisse. Und daraus entstehen Gefühle – in diesem Beispiel Wut. Die Gefühle werden uns dabei in aller Regel als Erstes bewusst. Dennoch neigen wir dazu, nur Auslöser und Gefühl wahrzunehmen. Das komplette Bild sieht jedoch so aus, dass es zwar einen Auslöser gibt, den wir beschreiben können, die Ursache, nach Marshall Rosenberg, jedoch immer in unseren Bedürfnissen liegt. Wenn wir dies alles klar sehen, können wir wirklich miteinander reden und um etwas bitten, das uns bereichern kann.


Diese Komponenten werden in einer hilfreichen Reihenfolge dargestellt, die dich näher zu dem führt, was in dir gerade vorgeht. Dabei ist die Reihenfolge aber nicht festgeschrieben und kann je nach Kontext variiert werden.

Erster Schritt: Die auslösende Situation beschreiben

Um den Klärungsprozess einzuleiten, schildere der anderen Person, um welche Situation es sich ganz konkret handelt  – auch wenn diese gerade eben stattgefunden hat. Tue dies 100% sachlich. Zu gern vermischen wir Beobachtung und Bewertung, was sich leicht als Anschuldigung verstehen lässt. Bewertungen finden jedoch vor allem in deinem Kopf statt und bauen eine Mauer zwischen dir und der Realität sowie dir und dem anderen.

Bewertungen geschehen zunächst automatisch. Der erste Schritt hilft dir, sie beiseite zu lassen und dir selbst wie dem anderen klar zu machen, was gerade „objektiv“ geschehen ist.

  • Sag es ganz konkret: Was ist genau passiert, was hat der andere wortwörtlich gesagt?
  • Beziehe dich ausschließlich auf diese Situation: Die folgenden Worte sind tabu: immer, nie, jemals….
  • Achte auf deinen Tonfall, sodass auch er keinen Vorwurf, Ironie oder Sarkasmus transportiert.

Die Beschreibung ist dazu da, um deinem Gegenüber genau mitzuteilen, auf welche Situation du dich beziehst – wenn ihr wirklich miteinander reden wollt, ist das sehr entscheidend. Gleichzeitig gibst du dem anderen auch das Gefühl, dass du ihn gehört hast, was ein sehr förderlicher Faktor dafür ist, dass er dir weiter zuhört.

Beispiele:

“Heute Mittag habe ich dich angerufen und dir von den Neuigkeiten erzählt, die mich sehr gefreut haben. Daraufhin sagtest du, dass du gerade keine Zeit hast und dich später eventuell meldest.” [ANTI-BEISPIEL: „Du hast mich heute Nachmittag einfach abgewürgt!“]

“Du hast mich gerade gefragt, ob ich jetzt auch einer von diesen Anti-Fleisch-Ökos wäre, als ich meine Tofuwurst auf den Grill legte.” [ANTI-BEISPIEL: „Du hast mich gerade blöd von der Seite angemacht.“]

“Gerade kamst du rein und hast geschildert, was dich stört.” [ANTI-BEISPIEL:“Immer bist du nur am meckern.“]

 

Zweiter Schritt: Deine Gefühle nennen

Horche in dich hinein. Welche Gefühle sind in Bezug auf diese Situation da? Diese Frage kannst nur du beantworten denn auch wenn es eine gewisse Schnittmenge gibt, können die Gefühle zu einer bestimmten Situation unglaublich individuell sein!

Wenn du die Gefühle benennen kannst: Sprich es aus, dass da Trauer, Irritation, Überraschung, Schock, Wut oder Entmutigung in dir aufstieg. Achte darauf, dass du davon sprichst, was diese auslösende Situation mit dir gemacht hat (=Gefühle), nicht, was du glaubst, was der andere damit bezweckte (=Meinung/Interpretation). In unserem Sprachgebrauch ist es stark verwurzelt, dass wir das Verb “fühlen” auch in Kontexten benutzen, wo es eigentlich eine Interpretation ist. Z.B. “Ich fühle mich betrogen/missverstanden/ungerecht behandelt” oder “Ich habe das Gefühl, er manipuliert uns”. Umso wichtiger ist es, sich wirklich auf echte Gefühle zu beziehen. Hier beginnt das tiefere miteinander reden.

Beispiele:

“Und da habe ich erst einmal wie gelähmt gefühlt. Und plötzlich kam richtig viel Traurigkeit in mir hoch.” [ANTI-BEISPIEL: „Und da habe ich mich total übergangen gefühlt“ oder „Du hast mich echt enttäuscht.“]

“Da bin ich im ersten Moment total überrascht. Und gerade merke ich, dass ich auch etwas irritiert bin.” [ANTI-BEISPIEL: „Ich hab das Gefühl, du bist echt ne Pflaume!“]

“Als du das alles so schildertest, war meine Heiterkeit vom Wochenende plötzlich verflogen und ich fühlte mich richtig entmutigt, demotiviert und energielos. Gleichzeitig merke ich auch, dass sich da eine Abneigung gegen deine Worte in mir aufbaut.” [ANTI-BEISPIEL: „Da hab ich echt kein Bock mehr drauf!“]

 

Dritter Schritt: Deine Bedürfnisse teilen

Hier geht es nun noch eine Etage tiefer. Nun teilst du mit dem anderen, was dir diese Gefühle sagen wollen. Auf welches deiner Bedürfnisse beziehen sie sich? Nach Marshall Rosenberg liegt hinter jedem Gefühl ein Bedürfnis: Ist das Gefühl positiv, wurde gerade ein Bedürfnis in dir gestillt. Ist das Gefühl negativ, wurde gerade ein Bedürfnis verletzt. Es gibt dabei eine große Bandbreite von Bedürfnissen – zum Beispiel das, zum Leben beizutragen, es zu erhalten und zu fördern, das Bedürfnis nach Nähe, Vertrauen, Respekt, Unversehrtheit, Harmonie, aber auch nach Freiheit, Spiel, kreativem Ausdruck und eigener Entwicklung, nach Essen, Trinken, Sicherheit und vielem mehr.

Oft haben wir den Eindruck, dass der Auslöser (z.B. die Worte der anderen Person) auch die Ursache ist. Selbst wenn du nicht zustimmst, dass deine Bedürfnisse die Ursache sind, dann ist die Schilderung deiner Bedürfnisse dennoch sehr hilfreich, wenn du Konflikte lösen möchtest. Denn sie vermitteln der betreffenden Person ein viel vollständigeres Bild davon, was dir wichtig ist. Das ermöglicht ihr, deine Gefühle besser nachzuvollziehen und erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf deinen Wunsch eingeht. Und auch hier gilt: Das wie wir miteinander reden ist entscheidend. Spreche daher allein von dir, ohne Anschuldigung.

Beispiele:

“Was hinter dieser Trauer liegt ist glaube ich, dass es mir total wichtig ist, Freude mit dir zu teilen und mich dir nah zu fühlen und dass ich eine gegenseitig bereichernde Beziehung/Freundschaft mit dir führen möchte.” [ANTI-BEISPIEL: „Das ist echt nicht das, was ich mir von einer Freundschaft wünsche!“]

„Ich glaube die Überraschung kommt daher, weil ich mich gerade sehr damit beschäftige, weniger Fleisch zu essen und wenn dann ganz bewusst. Das mach ich, weil mir die Rodung der Regenwälder echt nah geht. Und irritiert bin ich andererseits, weil ich mich echt darauf gefreut habe, einen entspannten Abend zu verbringen und weil mir Akzeptanz wichtig ist für meine Entscheidung, heute kein Fleisch zu essen. [ANTI-BEISPIEL: „Weißt du eigentlich, wie sehr du mit deinem übermäßigen Fleischkonsum diesem Planeten schadest!?“]

„Ich merke, dass mir eine unterstützende und harmonische Atmosphäre total wichtig ist, weil sie mir hilft, die Aufgaben, die anstehen, gut zu meistern.“ [ANTI-BEISPIEL: „Mit deiner Negativität machst du es nur noch schlimmer!“]

 

Vierter Schritt: Einen Wunsch formulieren

Schaue nun, mit dieser Basis hin, was du jetzt gerade brauchst. Vielleicht ist es Verständnis, Akzeptanz oder Freiraum, vielleicht wünschst du dir, dass der andere etwas Bestimmtes tut, oder dass er in ähnlicher Weise seine Gefühle und Bedürfnisse zu dieser Situation schildert. Was immer es ist, es ist direkt mit deinen Bedürfnissen verbunden.

Zentral ist hierfür, dass du das, was du dir wünschst, so konkret wie möglich benennst. Das klingt viel leichter als es getan ist. Wenn du dir zum Beispiel Verständnis von dem anderen wünschst – in welcher konkreten Form müsste er dies ausdrücken, damit es wirklich bei dir ankommt? Zudem ist es wichtig, dies in einer positiven Form zu tun: Was soll der andere konkret tun (im Gegensatz zu dem, was er nicht tun soll.). Je mehr innere Klarheit du über das hast, was du dir wünschst, desto klarer kannst du es auch ausdrücken.

Ob der andere deinem Wunsch nachkommt oder nicht, liegt nicht in deiner Hand. Für ein wirkliches „miteinander reden“ macht es oft Sinn, zunächst um die Gefühle und Bedürfnisse des anderen zu bitten. Manchmal liegt der der Wunsch auch klarer auf der Hand. Das Schöne ist: Teilst du deine Gefühle und Bedürfnisse wirklich von Herzen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du den Wunsch der anderen Person nährst, zu deinem Wohlbefinden beizutragen.

Beispiele:

“Würdest du mir sagen, was bei dir dahinter lag, dass du schnell aufgelegt hast?” ODER “Nimmst du mich mal in den Arm?” [ANTI-BEISPIEL: „Versprich mir, dass das nie wieder vorkommt.“]

„Darf ich fragen, was dich daran stört, wenn du Menschen siehst, die kein Fleisch essen?“ ODER „Jetzt fänd ich’s schön, wenn wir das Thema wechseln und einen guten Abend haben. Wollen wir das machen?“ [ANTI-BEISPIEL: „Du solltest mal besser aufhören, so viel Fleisch zu futtern, sonst legst du noch mehr zu.“]

„Ich wünsche mir, dass du mit mir teilst, was dich freut und motiviert und dass du es mir gegenüber für dich behälst, wenn dich etwas an der Arbeit nervt oder stört. Das würde mich sehr unterstützen. Würdest du das tun?“ [ANTI-BEISPIEL: „Also geh mir nicht mehr auf den Geist!“]

Spannend ist, dass der andere möglicherweise auch schon dann, wenn du deine Bedürfnisse geäußert hast, eine zugewandte oder auch liebevolle Antwort zeigt. Es ist trotzdem hilfreich, dir über das, was du möchtest und brauchst im Klaren zu sein.

 

Miteinander reden im echten Leben

Unsere Art zu kommunizieren ist unsere wichtigste Brücke zu anderen Menschen. Und oft geschieht es, dass wir durch das, was wir sagen, nicht wirklich in Kontakt mit dem anderen treten, dass wir das, was uns am Herzen liegt (sei es unser Bedürfnis nach Ruhe oder Verbundenheit oder das Wohl dieser wunderschönen Erde), gar nicht wirklich vermitteln können und den anderen vielleicht sogar abschrecken, sich näher mit uns oder unserem Herzenswunsch zu beschäftigen.

Doch miteinander reden will geübt sein. Deshalb macht es sehr viel Sinn, dich in den ersten Situationen, in denen du Konflikte lösen möchtest, in Ruhe mit den vier Schritten auseinanderzusetzen, bevor du in ein Gespräch mit der betreffenden Person gehst. So trainierst du diese Art, auf das zu schauen, was dir wirklich wichtig ist und kannst sie dann, wenn es gebraucht wird, auch anwenden. Solche schwierigen Gespräche lassen sich oft absehen. Hier hilft es, dir vorher schriftlich Notizen zu den einzelnen Schritten zu machen und es in Ruhe für dich zu durchdenken. Auch wenn du die Notizen nicht mit ins Gespräch nimmst (oder vielleicht bietet sich ein Telefonat an? 🙂 ), bleiben sie dir dadurch trotzdem klarer haften.

Die Gewaltfreie Kommunikation ist wirklich anders und sie erfordert tatsächlich ein Umdenken. Und sie lohnt sich! In festgefahrenen Situationen, die du bisher nicht anders lösen konntest oder in Situationen, in denen du gar nicht weißt, wie du sie lösen könnest, ist sie auf jeden Fall einen Versuch wert. Ich lade dich ein, es mal auszuprobieren. In dein altes „Miteinander reden Muster“ kannst du ja immer noch zurück 🙂

 

 

Du möchtest etwas Wichtiges ansprechen, einen Konflikt lösen oder deine Meinung vertreten?

Schreibe mir die Situation und ich schreibe dir einen Vorschlag für die vier Schritte, wie du bei dir bleibst und die andere Person dennoch erreichen kannst!

 

Liebste Grüße,
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13 Comments on “Miteinander reden – Vier Schritte, wie du du selbst bleibst UND den anderen erreichst”

  1. hallo ! Ich versuch es mal ! Mein Chef nicht unbedingt ein Vorbild, grüsst nicht oder selten ! Fragen werden – bäh oder was ist denn schon wieda ! begrüsst ! Wenn ein Fehler passiert, Du machst mir Sorgen ! Ich bin wütend , mich freut das Arbeiten dann nicht und locker passiert dan ein weiterer Fehler !! Ich könnt ihn manchmal anschreiben !!

    1. Liebe Lisa,
      das klingt nach einem ziemlich unbequemen Chef… Da eine zu ehrliche Spiegelung der eigenen Gefühle bei dieser Person möglicherweise kontraproduktiv wäre, versuche ich mal eine „Business-Variante“ für die Punkte, die du angesprochen hast 🙂

      Eine neue Frage stellen:
      „Ich bin mir nicht ganz sicher in Bezug auf [das Thema der Frage] und mir ist es wirklich wichtig, dass das Projekt/diese Sache gut gelingt und dass wir [das Abteilungsziel/Firmenziel] dadurch erreichen. Mich würde es sehr unterstützen, wenn du mir das kurz in Ruhe erklären würdest, wenn du Zeit hast. Würdest du das tun?“

      Seine Antwort auf eine Frage beantworten:
      „Als ich gerade mit einer Frage zu dir kam, hast du gefragt, was denn sei. Daraus schließe ich, dass es für dich gerade zeitlich ungünstig ist, mir die Frage zu beantworten. Mir ist es gleichzeitig sehr wichtig, dass das Projekt/diese Sache gut gelingt und dass wir [das Abteilungsziel/Firmenziel] dadurch erreichen. Würdest du mir die Frage gleich beantworten, wenn du Zeit hast? Damit würdest du mich sehr unterstützen.“

      Antwort auf „Du machst mir Sorgen“:
      „Als ich den Fehler gemacht hab, sagtest du, ich würde dir Sorgen machen. Ich muss zugeben, dass mir der Fehler selbst sehr unangenehm ist. Denn mir ist es wichtig, dass das Projekt/diese Sache gut gelingt und dass wir [das Abteilungsziel/Firmenziel] dadurch erreichen. Es würde mich total unterstützen, wenn wir gemeinsam nach einer Lösung suchen / schauen, wie wir konstruktiv mit diesem Fehler umgehen können / gemeinsam überlegen, wie solche Fehler vermeidbar sind. Würdest du dir dafür Zeit nehmen?“

      Ich hoffe diese Anregungen helfen dir weiter, liebe Lisa!
      Und ich hoffe, dass du gut auf dich und dein Glück Acht gibst und wünsche dir eine gute Arbeitswoche, in der du bei dir bist.
      Liebe Grüße,
      Nathalie

  2. Hi Nathalie,
    dein Artikel hat mich gerade sehr inspiriert mich mit dem Thema nochmal näher auseinanderzusetzen. Vielen lieben Dank!!
    Ganz liebe Grüße aus Hmaburg von Lissi (die Du damals auf dem IPU Sommerseminar kennengelernt hast: groß, Locken, gemeinsame Meditation,…)
    🙂

  3. Hallo Nathalie,
    Meine Frage bezieht sich auf die Nachbarn über mir. Sie unterhalten sich oder telefonieren derart laut auf dem Balkon über mir, dass ich zum einen jedes Wort verstehe und zum anderen nicht ungestört lesen oder dösen kann. Wenn sie ihre Pflanzen gießen, tropft das Wasser auf meine Terrasse und ich muss schauen, alles rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Mittlerweile bin ich so wütend, dass ich gar nicht mehr weiß, wie ich ein Gespräch beginnen soll. Liebe Grüße Karin

  4. Hallo Nathalie, wir befinden uns gerade in einer Sackgasse. Ich bin so leer und traurig dabei müsste ich der glücklichste Mensch sein. Wir haben zwei Kinder und zwei Geschäfte sind selbständig und haben viel Verantwortung. Meine Frau macht mich täglich mit Worte. Fertig gibt
    mir alles was stört misslingt passiert die Schuld. Ich wäre ein Egoist im hôchsten Ausmaß ginge nur meinen Hobbys nach. sie verurteil mich Sie beleidigt mich und Ich finde sie hat keinen Respekt und Achtung vor mir. Sie sieht nur was nichts ist.
    Zu mir spricht sie im arschigen Ton. Ich finde garnicht dass ich egoistisch bin. Ich gebe alles was ich kann bin für die Kinder da in jeder Minute wo ich kann. Ich mach es nur anders als sie das ist ihr auch nicht recht. Wir haben ein so große Distanz mittlerweile aufgebaut, dass ich jeden Tag an Trennung denken muss.
    Können sie mir einengest geben ich bin total verzweifelt.

    1. Liebe Sonja,
      danke für diese so alltägliche und so nervenaufreibende Situation aus deinem Leben!
      Deine Wut ist da und es ist gut, dass sie da ist. Nutze sie als Motivationsgeber, um mit deinen Nachbarn zu sprechen, ohne dich von der Wut mitreißen oder lähmen zu lassen. Mein Vorschlag ist der Folgende: Klingel bei ihnen an, wenn gerade an dem Tag noch nichts Derartiges vorgefallen ist, du aber weißt, dass sie da sind.

      „Hallo Bastian / Hallo Frau Meyer. (Wie Sie wissen) Ich habe die Terasse, die direkt unter Ihrem Balkon liegt. Gestern und letzte Woche, als Sie Ihre Blumen gegossen haben, ist recht viel Wasser auf meine Terasse getropft und hat dabei auch meine Bücher/Kleidungsstücke/… in Mitleidenschaft gezogen. Dann haben Sie sich am Sonntag recht angeregt unterhalten. Zu der Zeit lag ich auch auf der Terasse und hatte mich auf ein Mittagsschläfchen/eine gute Lektüre gefreut. Ich muss sagen, dass mich diese Vorfälle recht wütend gemacht haben. Die Terasse ist für mein mein Rückzugsort und ich ziehe sehr viel Kraft daraus, dort zu entspannen und es schön um mich her zu haben. Würden Sie beim Gießen Ihrer Blumen darauf achten, dass das Wasser nur in den Blumenkästen bleibt? Und würden Sie sich leiser unterhalten auf Ihrem Balkon? Das würde mich sehr dabei unterstützen, mich zu erholen.“

      Wenn du magst, teil mit mir, wie das Gespräch mit deinen Nachbarn ausgegangen ist!
      Ganz viele liebe Grüße und entspannte Feiertage,
      Nathalie

  5. Ich muss noch dazu sagen. Wir sind zwei Frauen. Verheiratet und haben zwei 20 Monate alte Kinder. Jeder hat eins bekommen. Sie hat ein absolutes Problem damit dass ich Mutter werden wollte und das obwohl ich in unserer Beziehung den männlichen Anteil habe damit kommt sie nicht klar. Deswegen waren wir vor einem Jahr schon paar Wochen getrennt. Es sind so viele Dinge die sie an mir stören. Was kann ich tun und wie soll ich damit umgehen. Meine Selbstbewusstsein ist manchmal ziemlich am Ende und ich weine fast jeden Tag.

    1. Liebe Sonja,
      danke für deine Offenheit, die Schilderung deiner Verzweiflung und Trauer und auch deine Erschöpfung in dieser belastenden Situation. Ich hab den Impuls, dich virtuell fest in den Arm zu nehmen – ich hoffe das ist in Ordnung.
      Gerade in Beziehungen ist eine ehrliche und gewaltfreie Kommunikation sehr wichtig – und kann auch sehr heilsam sein. Im Folgenden findest du einen Vorschlag von mir, wie du dir und deinen Gefühlen und Bedürfnissen Ausdruck geben kannst. Wähle dazu nach Möglichkeit eine Situation, die von beiden Seiten her recht entspannt ist. Es ist aber auch möglich, auf eine sehr angespannte Situation in dieser Art zu antworten.

      Eventuell einleiten mit: „Mir liegt etwas auf dem Herzen, was ich mit dir teilen möchte.“
      „Weißt du noch, als du gestern sagtest, dass ich eine Egoistin sei? Diese Worte haben sich richtig in mein Inneres gebohrt und ich merke, wie ganz viel Traurigkeit in mir ist… Manchmal fühle ich mich sogar richtig verzweifelt. Denn du und dieses wunderschöne Leben, was wir miteinander haben, bedeuten mir so viel. Ich möchte mich dir nah fühlen, möchte dich unterstützen und von dir unterstützt werden. Und ich möchte, dass unsere Liebe erhalten bleibt/ unsere Beziehung weiter besteht. Wärst du bereit mir zu sagen, was dich beschäftigt und wie es dir mit uns geht?“

      Im späteren Verlauf des Gespräches nach Möglichkeit:
      „Da ist wirklich viel Traurigkeit und auch Hilflosigkeit in mir, wenn du mich mit einem Schimpfnamen anredest. Ich möchte wirklich, dass es dir und den Kindern gut geht und weiß dann einfach nicht mehr, was ich noch machen kann. Mir würde es sehr viel bedeuten, wenn du mit mir darüber sprichst, wie du dich fühlst, was dich vielleicht stresst, oder dich unzufrieden und wütend macht und was du in der jeweiligen Situation brauchst. Dann könnten wir gemeinsam überlegen, wie wir uns unterstützen und damit umgehen können. Würdest du mir deine Gefühle und Bedürfnisse das nächste Mal nennen?“

      Gleichzeitig ist das nur der Anfang eines Gesprächs. Bleibe auch während dem, was danach folgen mag, bei dir, dem was du fühlst und dem was du brauchst und schaue, ob es dir gelingt, keine Vorwürfe zu machen. Auch wenn es deine Frau noch nicht so schafft. Zeige ihr, so wie es dir möglich ist, deine Bereitschaft, genau hinzuhören, was sie fühlt und braucht.

      Ich hoffe, diese beiden Ideen können dich unterstützen und euch wieder ein bisschen näher zusammenbringen.
      Schreibe mir, wie es weitergeht mit euch, wenn du das magst! Das würde mir viel bedeuten.
      Ich wünsche dir alles alles Liebe,
      Nathalie

  6. Hallo Nathalie,
    über ein paar Umwege bin ich auf deinen mich sehr inspirierenden Blog gestoßen. Ich beschäftige mich schon seit einigen Jahren mit der Mitfühlenden Kommunikation nach Rosenberg. Ich stimme dir voll und ganz zu wenn du schreibst, dass es sich dabei um eine andere Art des Sprechens und folglich auch des Denkens handelt. Letztendlich ist es so das die Art und Weise wie wir Sprechen unser Denken bestimmt und nicht umgekehrt, wie die meisten wohl annehmen. Rosenberg sprach oft von Kulturen in denen es keine Bewertungen wie zum Beispiel schlecht, falsch, richtig, böse etc. gibt. Die Menschen können in ihrer Sprache so etwas gar nicht ausdrücken, folglich können sie es auch nicht denken.

    Den vierten Schritt nennst du „Einen Wunsch formulieren“ und du schreibst auch in diesem Abschnitt öfter von einem Wunsch. Ich fühle mich mit dieser Formulierung sehr unwohl, da Rosenberg selbst Bitten klar von Wünschen unterscheidet und mir ist wichtig das deinen Lesern der Unterschied von einem Wunsch und einer Bitte klar wird. Deshalb möchte ich das im Folgenden kurz erläutern:

    Eine Bitte ist konkret, positiv formuliert (handlungsorientiert) und auf den jetzigen Moment ausgerichtet. Ein Wunsch ist zukunftsorientiert. Ich möchte den Unterschied an dem von dir letzten genannten Beispiel verdeutlichen. Du schreibst:

    „Ich wünsche mir, dass du mit mir teilst, was dich freut und motiviert und dass du es mir gegenüber für dich behälst, wenn dich etwas an der Arbeit nervt oder stört. Das würde mich sehr unterstützen. Würdest du das tun?“

    Für mich ist dies wirklich ein Wunsch und keine Bitte, da ich möchte das sie/er mir jetzt und in der Zukunft sagt worüber sie/er sich ber der Arbeit freut, wenn es denn zu solch einem Ereignis kommt. Auch mit der Äußerung „dass du es mir gegenüber für dich behälst, wenn dich etwas an der Arbeit nervt oder stört“ wäre ich vorsichtig. Als Gegenüber würde ich die Art von Verbindung, welche sich die Person wünscht in Frage stellen. Ist die Person an einer authentischen Beziehung interessiert? Hält sie das Bedürfnis nach Ruhe und Leichtigkeit davon ab?

    Mit all dem was ich vorher in den ersten drei Schritten gesagt wrude, ist es sehr wahrscheinlich, dass mein Gegenüber nur einen Bruchteil dessen gehört hat. Rosenberg betonte des öfteren auch das es auf die Anzahl der Wörter ankommt. Bei mehr als 50 Wörtern bricht der Konktakt schnell ab. Ich würde deshalb die Schritte für das letzte Beispiel wie folgt formulieren:

    Beobachtung: Du kamst gerade herein und hast mir gesagt was dich an der Arbeit stört.
    Gefühl und Bedürfnis: Ich bin von den Informationen total überwältigt und mir sind Harmonie und Ruhe wichtig.
    Bitte Variante 1: Wärst du bereit mir zusagen wie das für dich ist wenn ich dir das so sage?
    Bitte Variante 2: Wärst du bereit mit mir in der Pause darüber zu reden was dich gerade so bewegt?
    Bitte Variante 3: Was hast du gerade gehört was mir wichtig ist?

    Gerade die erste Bitte zeigt dem anderen das es einem nicht nur um die eigenen Bedürfnisse geht sondern um die Qualität der Verbindung. Die zweite Bitte legt den Fokus auf das eigene Bedürfnisse nach Ruhe. Signalisiert dem anderen aber noch die Bereistschaft über das zu Reden was in ihm lebendig ist. Bitte Nummer 3 ist vielleicht die sicherste Variante um weitere Missverständnisse auszuschließen. Sie ist für die meisten „Wölfe“ unter uns jedoch sehr ungewohnt. Rosenberg sagte einmal über diese Bitte „Je öfter ich diese Bitte stelle, desto mehr fällt mir auf wie wichtig sie ist.“ Oft wird sie auch wie folgt formuliert wird: „Wärst du bereit mir zusagen was du mich hast sagen hören?“

    Ich habe für mich festgestellt das GFK sich auf alle lebensbereiche anwenden lässt. Für mich ist es der ultimative Weg zu mehr Selbstliebe und hat mir bisher geholfen alle Konflikte in meinem Leben zu lösen. Ich habe vor kurzem auch einen Artikel über GFK veröffentlicht. http://michaeltaube.net/wie-du-jeden-konflikt-loest-die-ultimative-anleitung/

    Danke für deinen Artikel und deinen Einsatz den Menschen die GFK näher zu bringen.

    Was hälst du von meinem Input?

    Viele Grüße,
    Michael

    1. Lieber Michael,

      vielen Dank für deinen ausführlichen und lieben Kommentar!
      Total schön, dass du ebenfalls so begeistert und bereichert von der GFK bist und dich tief ins Thema reingearbeitet hast. Wie du hab ich sie als absolut transformierend erlebt.
      Danke auch für deine weiteren Anregungen zu der Bitte aus dem Kolleginnen-Beispiel – diese werden einigen Lesern mit Sicherheit als Inspiration dienen!

      Es grüßt dich herzlich
      Nathalie

  7. Hi liebe Nathalie,

    wow! Was für ein toller Beitrag. Richtig gut geschrieben und sehr anschaulich mit den Beispielen.
    Meine Schwester hat eine Ausbildung zur GFK Trainerin gemacht und hat währenddessen immer wieder mit mir geteilt, was sie gerade lernt.
    Dafür bin ich sehr dankbar, weil ich gemerkt habe, wie bereichernd das auch für mich ist.
    Ich erinnere mich noch genau, was für eine Erkenntnis es für mich, dass die Wahrscheinlichkeit viel höher ist, das zu bekommen, was ich möchte und brauchte, wenn ich es klar ausspreche, als wenn ich erwarte, dass mein Gegenüber schon weiß, was ich mir wünsche.

    Und immer wieder braucht es auch Mut und Gelassenheit bei mir zu bleiben und meine Gefühle und Bedürfnisse auszudrucken.

    Danke dir sehr für den wunderbaren Beitrag!

    Mit ganz vielen lieben Grüßen
    Cosima

    1. Liebe Cosima <3
      Danke dir sehr für dein bestärkendes & liebes Lob! Hab mich riesig darüber gefreut.
      Und was für ein Geschenk, dass du durch deine Schwester so hautnah in Kontakt mit der GFK gekommen bist!
      Von dem, was ich auf deinem wunderbaren Blog http://cusilife.de/ lese, lebst du bereits so viel Mut & Gelassenheit für deine Bedürfnisse! Und damit inspirierst du andere, zum Beispiel mich! 🙂
      Danke!!!
      Es grüßt dich ganz lieb,
      Nathalie

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