Das Geheimnis zum glücklich sein: Wie du startest wo du stehst

Dieser Blogartikel entstand aus der Frage eines lieben happyroots-Lesers zum letzten Artikel.
DANKE für die Inspiration!

Manchmal möchten wir Dinge in unserem Leben verändern, zum Guten hin, um endlich glücklich sein zu können. Manchmal passiert es, dass wir uns an einen ganz anderen Ort in ein ganz anderes Leben wünschen, als wir es jetzt gerade erleben.

Endlich wirklich lieben und geliebt werden
Endlich unsere Ängste überwinden
Endlich den Traum leben, den wir schon so lange träumen
Endlich unseren Schweinehund überwinden
Endlich wirklich in Kontakt mit anderen kommen
Endlich nicht mehr so niedergeschlagen sein

Der Wunsch nach diesen Veränderung ist so unglaublich natürlich und auch so unglaublich wichtig. Und die Veränderungen selbst können sehr bedeutungsvoll sein. Gleichzeitig existiert da ein Paradox: Wir dürfen unser Glück nicht an diese Veränderungen hängen.

Das Glücks-Hamsterrad

Es gibt nicht nur ein Karriere-Hamsterrad, in dem wir uns anstrengen und anstrengen, ohne wirklich jemals irgendwo anzukommen. Vielleicht noch verbreiteter ist das Glücks-Hamsterrad.

Wir wachsen mit der Vorstellung auf, dass dieser Moment, so wie er jetzt ist, nicht ausreicht, damit wir glücklich sein können. Dass es immer noch besser geht. Dass wir Ziele erreichen müssen, um dann (endlich) glücklich zu sein. Ein möglicher Umgang damit ist vielfältig. Vom immerwährenden „Tu-Modus“, um unsere aktuelle Situation zu verbessern, bis hin zu Unzufriedenheit und Niedergeschlagenheit, vielleicht sogar Hilflosigkeit.

Es kann sehr hilfreich sein, Ziele zu erreichen oder Veränderungen einzuleiten, den Schritt hinaus in die Mut-Zone zu tun. Aber dies alles kann niemals der „Endstand“ sein, an dem du dann endlich glücklich bist. Denn was nach einen richtig schönen Ereignis interessanterweise sehr schnell geschieht ist, dass wir uns innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen daran gewöhnen. Und schon sind wir auf das vorherige Glücksniveau „zurückgefallen“.

Dieses Paradox wurde nach seinem (wissenschaftlichen) Entdecker Easterlin benannt und ist auch als „hedonische Tretmühle“ bekannt – das Glückshamsterrad eben.

Wie lange hat deine Freude über deinen Schul- oder Universitätsabschluss angehalten? Wie lange warst du richtig beschwingt, als du geheiratet hast? Wie lange hielt dein Glück über die perfekte Wohnung, das neue Paar Schuhe oder einen neuen lieben Menschen in deinem Leben an?

Gewöhnung kann sich in so gut wie alles einschleichen. Gleichzeitig sind solche Geschehnisse natürlich in keinster Weise bedeutungslos. Sie sind eben nur nicht der ultimative Schlüssel zum Glück.

Was heißt dies nun, wenn wir gerade feststecken, uns Veränderung wünschen und ganz und gar nicht glücklich sind? Was heißt das, wenn wir die Komfort-Zone eigentlich satt haben, jeder mutige Schritt aber gleich den Geschmack von Panik in sich trägt?

Glücklich sein beginnt in der Komfort-Zone

Erinnerst du dich an die Komfort-Zone, die Mut-Zone und die Panik-Zone?

In der Komfort-Zone startest du, in der Mut-Zone entfaltest du dich und gehst ein Stückchen über deine Grenzen hinaus. Und in die Panik-Zone brauchst du dich selbst nicht hineinzumanövrieren.

Die gute Nachricht ist: Dein Glück beginnt in der Komfort-Zone. Selbstverständlich endet es nicht da, selbstverständlich kann es viel viel größer wachsen. Aber bereits in der Komfort-Zone kannst du Glück entdecken. Und um über sie hinauszuwachsen, musst du das Glück sogar zuerst in ihr entdecken. Veränderung braucht Kraft und Energie, die du nur aus glücklichen Wurzeln ziehen kannst.

Die Komfortzone ist ein wirklich wichtiger Platz. Sie ist der Status Quo, da wo du gerade stehst und von wo aus du überhaupt starten kannst. Und damit ist sie auch der Ort, von dem du kommst, in gewisser Weise deine Basis.

Wir alle brauchen ein gewisses Maß an Sicherheit, geordnete Strukturen, Dinge und Menschen, auf die wir uns in der Regel verlassen können und das bewusste Feiern der schönen Dinge, die jetzt schon da sind, um in die Mutzone einzutreten. Wagt man den Schritt hinaus ohne eine solide Basis, kann es leicht dazu kommen, dass man direkt in der Panikzone landet.

Glücklich sein beginnt da, wo du stehst

Wir fassen zusammen:

  • Glück liegt nicht in äußeren Veränderungen oder Zielen
  • Die Komfort-Zone bildet die Basis fürs glücklich sein

Wo ist Glück also zu finden? Denn es gibt Glück – und nicht, wie der arme Easterlin noch dachte, nur die verzweifelte Suche danach.

Das Geheimnis ist: Solange wir uns „wegwünschen“ haben wir überhaupt keine Chance, glücklich zu werden.

Das liegt daran, dass dein Glück nirgendwo anders beginnen kann als da, wo du stehst. Dein Glück kann nirgendwo anders sein, als da, wo du bist. (Auch wenn es sich gerade gar nicht danach anfühlen mag).

Diese Erkenntnis ist die eigentliche große Veränderung, auf die dein Glück wartet. Der Mut, genau da zu sein, wo du dich gerade befindest, das ist der Mut, den du jetzt gerade brauchst.

Dazu gehört wirklich sehr viel Mut. Und möglicherweise auch sehr viel freundliche Zuwendung und Mitgefühl mit dir selbst (lese hier, wie du es stärken kannst).

Und es gibt auch eine gute Nachricht: Du kannst „glücklich sein“ auch genau hier und jetzt entdecken. Dein Glück kann genau hier und jetzt beginnen und seine Wurzeln stärken.

Glücklich sein stärkt deine Wurzeln

Jedes Mal, wenn du deine Aufmerksamkeit auf das Schöne um dich herum richtest, jedes Mal wenn du die Fülle in dir und um dich herum wahrnimmst, jedes Mal wenn du glücklich bist, stärkst du deine Wurzeln, stärkst du deine Basis.

Und um glücklich zu sein, musst du weniger etwas tun, als viel mehr das genießen, was ein schöner Moment mit sich bringt.

In schwierigen Momenten geht es weniger um kämpfen, wegdrücken oder Widerstand leisten, als darum zuzulassen, dass da auch Positives, Schönes da sein könnte.

Wenn wir eine andere Vorstellung von unserem Leben haben und uns Veränderungen wünschen, erleben wir oft Unzufriedenheit, Ärger, Niedergeschlagenheit und alle anderen Arten von negativen Gefühlen. Das zieht eine Menge Energie und es kann sogar dazu führen, dass bestehende Wurzeln geschwächt werden.

Gerade in solchen Momenten können wir innehalten. Gibt es eine Möglichkeit, den Mangel-Modus, den wir jetzt gerade empfinden nicht weiter zu verstärken? Gibt es eine Möglichkeit auch Fülle in uns und um uns her zu entdecken?

Wie du deine Basis stärkst

Die Basis für dein glücklich sein zu stärken kann hier und jetzt beginnen und ist sehr wichtig.

Dazu möchte ich jetzt zwei sehr einfache Übungen mit dir teilen, die ich persönlich unglaublich gerne tue und von denen ich weiß, dass sie vielen anderen Menschen auch helfen. Das Besondere an diesen Übungen ist nicht, dass sie wissenschaftlich evaluiert sind und nachgewiesener Maßen wirken.

Das Besondere an diesen Übungen ist, dass sie absolut einfach sind und dass du sie in wirklich jeder Situation anwenden kannst. Sogar und vielleicht sogar vor allem dann, wenn du dich gerade nahe der Panik oder nahe der Hoffnungslosigkeit befindest.

Erdung entdecken

Erdung ist die Verbindung zu deiner Basis, zu deinen Wurzeln. Damit meine ich nicht die Wurzeln deiner Vergangenheit und deinen Erfahrungen, sondern die Wurzeln, die dich mit dem gegenwärtigen Moment verbinden, die dir hier und jetzt Stabilität und Sicherheit schenken können.

Richte dazu deine Aufmerksamkeit in deine Füße hinein. Während du stehst, gehst oder auch sitzt.

Wie ist der Druck auf der Fußsohle?
Wie rollt der Fuß gerade ab?
Wie fühlt sich die Bewegung an oder die Füße an sich?

Bleibe bei deinen Füßen und komme immer wieder zu ihnen zurück. Wenn dich Gedanken forttragen, ist dies nicht schlimm. Bemerke es und kehre mit Freundlichkeit wieder zurück zu deinen Füßen.

Und dann, nach einigen Momenten des Hinspürens und Ankommens mache dir bewusst:
Meine Füße verbinden mich mit dem Boden, der mich trägt. Mit der Erde, die mich mit jedem Atemzug am Leben erhält. Die jede meiner Zellen nährt.

Bleibe über deine Füße mit der Erde verbunden, solange, wie du magst und es jetzt gerade brauchst.

Diese Übung funktioniert auch, wenn du gerade in einer Konfliktsituation mit jemandem bist oder eine Nachricht erhalten hast, die dir „den Boden unter den Füßen wegzieht“. Diese Redewendung kommt nicht von ungefähr. Was dir in solchen Situationen unglaublich helfen kann, ist Erdung – durch das einfache Entdecken und konzentrierte Wahrnehmen, dass deine Füße noch immer auf dem Boden stehen, auf dieser Erde.

Fülle entdecken

Egal, wie viel Mangel gerade da sein mag – Fülle ist gleichzeitig nie weit weg. Fülle ist tatsächlich immer da. Sie ist nur manchmal so schwer zu entdecken, weil sie durch dicken Schleier von Traurigkeit und Ängsten, oder Orientierungslosigkeit getrübt ist. Die folgende Übung kommt dir vielleicht bekannt vor. Und das tut sie, weil sie unglaublich wirkungsvoll ist.

Frage dich: Für was kann ich gerade dankbar sein?

Richte deine Aufmerksamkeit auf die lebendigen und die materiellen Schätze um dich herum. Auf die Tatsache, dass du jezt gerade lebst. Auf die Blume am Wegrand oder der Fensterbank. Auf den Himmel (hinter den Wolken).

Wenn wir dieser Frage Raum geben in Momenten, in denen der Mangel nicht ganz so groß ist, können wir unseren Blick auf diese kleinen Aspekte verstärken. Wir stärken unsere Aufmerksamkeit für die Fülle. Und ganz allmählich wird sie immer präsenter, bis sie sogar hinter schwierigen und herausfordernden Situationen aufblitzt.

 

Diese beiden Übungen sind Werkzeuge, um gut für uns zu sorgen, genau da, wo wir sind. Um unsere Basis zu stärken und Kraft zu tanken. Um kleines Glück direkt zu unseren Füßen zu finden und daraus die Stärke zu ziehen, irgendwann einen kleinen Schritt in Richtung Mut-Zone zu gehen.

 

Welches kleine Glück hast du in deiner Komfort-Zone entdecken können?

 

Liebevolle & erdende nächste Schritte wünscht dir

Glücklich sein

6 Comments on “Das Geheimnis zum glücklich sein: Wie du startest wo du stehst”

  1. Liebe Nathalie,

    Glück beginnt dann, wenn wir uns nichts mehr wünschen, begehren oder sonst erreichen wollen. Ich weiß, passt nicht in unsere Leistungsgesellschaft. Aber stattdessen sollten wir mit Aufmerksamkeit durch unsere Welt gehen. In jeden Moment liegt etwas Schönes. Wir haben nur die Fähigkeit verloren, es wahr zunehmen. Ich bin seit meiner Jugend viele Wege im Wald unterwegs gewesen und heute auf den selben Wegen kam mir der Gedanke, nicht der Wald hat sich verändert, sondern meine Sichtweise und Wahrnehmung. Ich bin in meiner Jugend durch diesen Wald gegangen mit der Überzeugung, ich werde mal ein ganz Großer. Mit toller Frau, super Job und ganz viel Kohle. Gut, hatte ich auch für eine Zeit. Die Kehrseite der Medaille, abends völlig kaputt nach Hause, eingeschlafen, kaum Gespräche, Trennung. Seitdem, also 2008, alles losgelassen, kein neues Handy jedes Jahr, kein hipper Urlaub, einfach nur im Hier und Jetzt sein. NICHTS mehr begehren. So leben, wie es gerade ist. Annehmen, was kommt, ob gut oder schlecht. Komisch, aber es läuft.

    Viele Grüße,

    Martin

    PS: Ich mag deine Kommentare, im Gegensatz zur Blogseite von Anchu Kögl. Der versucht nur, seinen Dating Ratgeber zu vermarkten

    1. Lieber Martin,
      danke für deinen berührenden und authentischen Selbstbericht zum „Im Fluss leben“ – ohne Erwartungen.
      Wirlich jeder Moment birgt etwas Schönes. Das durfte auch ich heute wieder erfahren. Obwohl auch Traurigkeit in mir war, war da auch der Sonnenschein durchs Blätterdach und ein schöner Baum.
      Was ich total spannend fänd wäre zu erfahren, wie für dich diese Wendung im Leben kam und was dich dabei unterstützt hat, diese Haltung in dir selbst zu verankern! Magst du das teilen?
      Ganz viele liebe Grüße,
      Nathalie

  2. Hallo Nathalie!

    diese Übung, zu überlegen wofür ich im Moment dankbar sein könnte: da fällt mir immer schnell was ein. Einzig, wirklich Dankbarkeit dafür spüre ich dann nicht, sondern denke nur „dafür MÜSSTE dankbar sein“.

    Da gibt es diese anderen Momente, wo ich nicht darauf versiert bin, Dankbarkeit zu spüren, sondern sie einfach plötzlich erlebe. Z.B. beim wandern dankbar zu sein, dass man im Wissen laufen kann, bald Obdach, Wärme und ein leckeres warmes Essen zu erhalten. Jetzt sitze ich nur hier am PC und denke „Ich müsste dankbar sein, für die Wärme und dass ich trotz Erwerbslosigkeit an Essen und ähnlichem nichts sparen muss, dass ich gesund bin … Ich MÜSSTE…“.

    Wie ging es dir damit, als du mit diesen Übung begannst? Wann und wie wandelt sich das? Oder wie kann man wirklich ein Gefühl der Dankbarkeit erzeugen? Gerade wenn man schlecht gestimmt ist, in der Grübelfalle. Schaffst du es rein kopfgeleitet in Staunen und Dankbarkeit zu gelangen?

    Ich bin gerade dankbar dafür, dir diese Zeilen schreiben zu können. Denn ich merke, wie es mir nun dadurch gelungen ist aus meinem Negativ-Karusell für einen Moment auszusteigen und sich beschenkt zu fühlen.

    Danke.
    Daniela

    1. Liebe Daniela,

      vielen lieben Dank für dein Teilen und diese so wichtige Frage!
      Ich kann das, was du schreibst so gut nachvollziehen: Manchmal wacht man auf, ist unglaublich schlecht gelaunt oder hat keine Lust auf das, was ansteht, und dann etwas zu finden, wofür man dankbar ist, das dauert und fühlt sich erstmal zäh an.

      Was ich spannend finde, ist dein Wort „müsste“.
      Ich kenne es von mir, dass ich nicht unbedingt immer dankbar dafür bin, gesund zu sein – oder gerade aufgewacht zu sein 😀
      Und das darfst du dir in diesem Moment erlauben. Du musst für gar nichts dankbar sein.
      Die Frage ist: Gibt es etwas, für das du dankbar *bist* – ohne müsste?
      Es kann mitunter ein paar Momente dauern, bis dazu etwas auftaucht.
      Und wenn gar nichts auftaucht, dann ist diese Übung an diesem Morgen vielleicht nicht die, die dich gerade am besten mit deinem inneren Glück verbindet.
      Dankbarkeit ist kein Ideal und auch kein Muss, es ist eine von vielen wunderbaren Methoden zum inneren Glück 🙂

      Ich hoffe, damit konnte ich dir etwas weiterhelfen!

      Ganz viele liebe Grüße,
      Nathalie

  3. Hallo Nathalie,

    du hast vollkommen recht.
    Viel zu häufig konzentrieren wir uns auf das Ziel, anstatt den Augenblick zu genießen. Der „Tu-Modus“ ist wichtig, aber nur, wenn er mit dem „Genuss-Modus“ möglichst häufig übereinstimmt. Wir befinden uns immer auf dem Weg irgendwohin. Wie sollen wir da glücklich sein, wenn wir diese Wege nicht genießen?
    Vielen Dank für die kleinen Übungen!

    Viele Grüße,
    Stephan

    1. Lieber Stephan,
      ein wunderbarer Begriff, der „Genuss-Modus“! 🙂
      Danke für die Inspiration und es freut mich, dass dich der Artikel darin bestärken konnte!
      Alles Liebe,
      Nathalie

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