Hol dir deine innere Stärke zurück!

Innere Stärke?
Es gibt diese Momente, in denen wir wie gelähmt sind.

In denen wir so stark an uns selbst zweifeln, dass wir nicht tun, was wir im Herzen tragen – als Impuls, als Traum, als Vision.

In denen wir irgendwie in „Leere“ feststecken, vielleicht sogar Impulse, Träume und Visionen gar nicht mehr wahrnehmen und das alles hinter einem dicken Blackout-Balken verschwindet.

In denen wir uns dann genau dafür auch noch abwerten: Dass wir gerade so planlos, so unsicher, so abgeschnitten, so schlecht, dumm, inkompetent, ängstlich, träge sind.

Das zu erleben ist eine Erfahrung, die du mit allen anderen Menschen teilst.
Jeder kennt diese Momente. Ich auch.

 

Und es ist ok. Es ist ok, nicht immer stark zu sein. Und ja, manchmal bleiben wir für einige Zeit eher zusammengezogen, eher gehemmt, eher kraftlos. Doch egal wie verletzlich, überwältigt, klein und zusammengezogen du dich fühlst:
Da ist immer ein Teil in dir, der stark ist.

Nicht weil dort alle deine guten Glaubenssätze über dich gespeichert wären. Nicht weil das der Teil wäre, der an Einhorn-gesprenkelte Regenbögenwiesen glaubt (nicht, dass ich was dagegen hätte..).
Sondern weil er sich entscheiden kann.

 

Innere Stärke heißt radikale Akzeptanz

Wie gesagt, auch ich erlebe diese Momente. Und was diese Momente bisher alle gemeinsam hatten: Ich wollte sie auf gar keinen Fall haben. Ich wollte so schnell wie möglich da raus, mich nicht so fühlen, wieder „stark“ sein, dagegen ankämpfen.

Der Kampf

Aber wogegen kämpfte ich eigentlich?

Ich kämpfte gegen die Gefühle von Selbstzweifel, Unsicherheit und Unzulänglichkeit. Gegen die Lähmung, gegen den Blackout, gegen die Enge. Und der direkte Effekt war, dass ich, in der Bemühung zu kämpfen, immer panischer wurde und sich die Gefühle immer mehr verstärkten.

Der Kopf gleicht ja schon im Normalzustand eher einer Kirmes: Laut, trubelig, voll, wirr, sprunghaft, der Spaß hängt ganz von der Attraktion ab, auf der du gerade fährst (und was genießt man auf einer Kirmes wirklich!?). Jetzt, als ich ihm den Auftrag gab verdammt nochmal was zu unternehmen, war es, als wäre auf dieser Kirmes ein Feuer ausgebrochen: Panisches Chaos. Vertieftes Blackout.

Keine gute Ausgangslage, um einen Kampf zu gewinnen.

Widerstand raus

Es war in einem dieser gelähmten Alarm-Momente, in dem mein Kopf in Chaos versank, als ich plötzlich merkte: So wird das nichts.

Und dann tat ich etwas wirklich Verrücktes: Ich nahm allen Widerstand raus. Allen Widerstand gegen meine Unzulänglichkeit, gegen all diese Gefühle, die ich so absolut nicht haben wollte. Es war wie ein innerliches Zurücktreten. Ein Loslassen von dem verzweifelten Verlangen anders (sprich perfekt) zu sein. Es war die innere radikale Akzeptanz von der, die ich jetzt gerade war.

Und anstatt dass die Gefühle und Selbstzweifel mich mit einer gigantischen Explosion unter sich begruben geschah…

… das genaue Gegenteil

Das Chaos, der Brand, die Kirmes verschwanden, die Lähmung löste sich fast augenblicklich auf. Ich fühlte mich innerhalb von Augenblicken wahnsinnig erleichtert, weit, und sogar ziemlich erheitert.

Und das wirklich Unglaubliche geschah dann: Ich floss mit der Situation, die sich noch Sekunden zuvor wie eine „riesige Herausforderung“ angefühlt hatte – und „meisterte“ sie besser, als es sich mein innerer Kritiker je als Ziel hätte setzen können.

Verrückt!?

Total!

Und es zeigte mir etwas unglaublich Wichtiges: Wie verdammt oft wir diejenigen (die einzigen!) sind, die uns selbst sabotieren. Und wie unglaublich stark wir das tun.

 

Innere Stärke heißt Entschlossenheit

Wenn irgendetwas verrückt ist, dann dass wir uns entscheiden, diesen panischen Gedanken zu glauben die uns erzählen, dass wir aber verdammt nochmal perfekt sein müssten.

Am Abend nach diesem Erlebnis lag ich auf meinem Bett und dachte:

„Ich habe keinen Bock mehr!“

  • Ich haben keinen Bock mehr, mich von den Befürchtungen darüber, was andere denken könnten, von dem abzuhalten, was sich richtig anfühlt.
  • Ich habe keinen Bock mehr, zu glauben, ich sei im Mangel und bräuchte etwas von Außen.
  • Ich habe keinen Bock mehr, der Trägheit zu glauben, dass ich tatsächlich kraftlos wäre.
  • Ich habe keinen Bock mehr, mich von alten Glaubenssätzen beherrschen zu lassen.
  • Ich habe keinen Bock mehr, mich selbst zu sabotieren bei der Verwirklichung der Vision von einer blühenden Welt, die ich im Herzen trage.
  • Ich habe keinen Bock mehr, der wahnwitzigen Idee zu folgen, perfekt sein zu müssen, und mich dadurch vom Fluss des jetzigen Moments abzuschneiden.

Jawohl, ab heute hole ich mir meine innere Stärke selbst zurück!

Worauf hast DU keinen Bock mehr?

Deine Entscheidung

Wichtig ist, sehr genau hinzuschauen, worauf du keinen Bock mehr hast. Wem oder was zeigst du die Rote Karte?

Denn Gefühle und Selbstzweifel gehören zum Leben dazu. Sie haben ihre Ursache in zahllosen Eindrücken, Geschichten und Entscheidungen aus deiner Vergangenheit. Auch Situationen oder Menschen, die diese Dinge vielleicht vermehrt in dir triggern, auslösen, hast du nicht unter Kontrolle. Sie gehören dazu. Sie zu vermeiden gibt dir keine innere Stärke.

Deshalb:

Deine Gefühle sind willkommen.
Die Situationen, Menschen, Orte, Kontexte in denen diese Gefühle auftreten sind willkommen.
Selbst die Selbstzweifel und Selbstabwertungen sind willkommen.

Der erste Schritt ist radikale Akzeptanz!

Das einzige, was du verbannen darfst ist deine eigene Entscheidung, diesen Gedanken zu glauben, die dir erzählen wollen, dass du anders zu sein hast, als du jetzt gerade bist.

Du darfst dich entscheiden, dem Mangel nicht zu glauben und die Fülle anzuzapfen.

Du darfst dich entscheiden, nicht aus diesen Glaubenssätzen und Gefühlen heraus zu handeln.

Du darfst dich entscheiden genau der Mensch zu sein, der du jetzt gerade bist.

 

Deine innere Stärke anzapfen

Zwei-einhalb blitzschnelle Powerübungen möchte ich gern mit dir teilen, die mich persönlich sehr dabei unterstützen, wieder in Kontakt mit meiner inneren Stärke zu kommen. (Nur den Haka-Tanz habe ich noch nicht ausprobiert 😉 )

Das Power-Posing

Stell dich so hin, als wärst du bei einem Marathon als erste*r durchs Ziel gelaufen oder hättest das rettende Tor geschossen. FEIER DICH! Arme über den Kopf ausstrecken, gern auch laut jubeln, springen, mit viel Körperspannung. (Auch lautlos funktioniert diese Übung sehr gut).

Menschen, die diese Haltung für zwei Minuten einnehmen, werden beim anschließenden Bewerbungsgespräch eher genommen. Grund: Sie strahlen Selbstsicherheit und Authentizität aus. Warum? Deinem Körper wird signalisiert, dass du verdammt stark bist. Dass du es geschafft hast.

Die Solarplexus-Atmung

Atme ganz bewusst und tief in die Region deines Solarplexus hinein. Drei bis dreizehn Atemzüge lang.

Im sehr empfehlenswerten (Hör)Buch „Darm mit Charme“ werden erste Studien erwähnt, die den Darm als Sitz unseres „Ich-Empfindens“ und unseres Selbstvertrauens ausmachen. Auch psychosomatisch hängen Verdauungsbeschwerden sehr oft mit Überforderungen, Dauerstress, starkem Konkurrenzdruck und Bewertungsangst zusammen (zum wissenschaftlichen Review).

Der Haka

Ein Bekannter von Carlos erzählte vor einigen Tagen, dass er den Haka getanzt hat und sich danach fühlte, als könnte ihm nichts mehr in die Quere kommen 😀 Hier eine Kostprobe:

Die Übersetzung:

Was richtig ist, ist immer richtig! – Gewiss!
Was richtig ist, ist immer richtig! – Ja!
Bleib dir selbst treu, mein Sohn/meine Tochter!
Ich mache mir Sorgen um dich, also höre gut zu!
Was für ein Problem trägst du auf deinen Schultern? Wie lange trägst du es schon?
Hast du’s? Ok, dann machen wir weiter.
Also, Sohn/Tochter, auch wenn es schwierig sein mag für dich
Und Sohn/Tochter, auch wenn es unbezwingbar erscheint
Egal wie lange du darüber reflektieren wirst
Die Antwort auf das Problem
Ist hier in dir.
Gewiss! Gewiss! Gewiss!
Ja, gewiss!

 

Deine innere Stärke für die Welt

Die Welt braucht dich nicht perfekt und fehlerlos.
Die Welt braucht dich aktiv.
Die Welt braucht dich in der Kraft.
Die Welt braucht dich liebevoll.

Deine eigene Verwandlung und die de(ine)r (Mit)Welt liegen im selben Schritt.

<3

Zeige deine innere Stärke, nähre sie.

 

Auf was hast du keinen Bock mehr? 🙂

 

Einen power-vollen Herzensgruß,

Glücklich sein

11 Comments on “Hol dir deine innere Stärke zurück!”

  1. Wie immer klasse auf den Punkt gebracht Nathalie. 💪👍❤️
    Ich bewundere dein Durchhaltevermögen und Engagement dass du in happyroots investierst.
    Happyroots war auch mitverantwortlich, für das was ich heute bin und wie ich heute denke!
    Dafür tausend Dank Nathalie ! 🙏❤️
    Weiter so ! 👌💪👍
    Lg Ralf

    1. Lieber Ralf,
      von Herzen danke! Das berührt mich gerade sehr… 🙂
      (Und damit wird Durchhaltevermögen doch ein Klacks!)
      Alles alles Liebe,
      Nathalie

  2. Liebe Natalie,
    dieser Artikel kam genau richtig – beschreibt exakt das, was mir gerade durch den Kopf geht. Ich werde mir dies sehr zu Herzen nehmen und gestärkt aus dem Chaos zu mir selbst finden. Danke!!!

    1. Liebe Tina,
      diese magischen Momente, in denen uns genau das erreicht, was wir gerade brauchen, liebe ich auch.
      Wie schön, dass dieser Artikel für dich dazu gehört!
      Einen liebevoll-konsequenten Weg aus dem Chaos wünscht dir,
      Nathalie

  3. Wow, Power-Posing bringt den Kreislauf ganz schön in Schwung *schweres Atmen* 😉

    Ich habe keinen Bock mehr unsicher aufzutreten, wo ich weiß, dass ich es doch auch so mitreißend und selbstbewusst sein kann. Diese Woche habe ich mir vorgenommen zu beobachten, was meine Unsicherheit nährt und was mein selbstbewusstes Auftreten, um der Unsicherheit irgendwann immer weniger zu nähren. Und die Akzeptanz ist doch ein langer Weg. Mit radikal ist da nichts bei mir 😉

    Mir ging es auch letztens ähnlich, wie in deinem Artikel beschrieben.
    Ich habe bis vor einer Woche 14 Tage lang fast nichts geschafft, war ablenkbar, ineffizient und blockiert. Bis meine Fortbildung losging, auf die ich mich vorbereitet hatte. Als es mir dann vor zwei Tagen nachmittags wieder so ging, merkte ich, woran es lag: Da waren so viele Gefühle, die ich unterdrückte, dass mein System zu nichts anderem mehr richtig in der Lage war. Und da ich so emotional überfordert war ohne es ganz zu durchschauen, fand ich in jeder selbst gewählten Ablenkung neue Gefühle, die hinzukamen.
    Thich Nhat Than fand dafür ein schönes Bild: Die Fenster seiner Behausung waren offen, sodass der Wind alles durcheinander geweht hatte. Als er nach Hause kam, schloss er erst alle Fenster, befeuerte seinen Kamin und wärmte sich auf. Ähnlich offen lassen wir oft unseren Geist. (Aus „Ich pflanze ein Lächeln“) Ich hoffe, ich bemerke demnächst eher, wann ich „die Schotten dicht machen“ muss, um erst einmal meine Gefühle zu beruhigen.

    Danke für deinen inspirierenden Artikel 🙂

    1. Liebe Daniela,
      yeay, da hast du richtig power-gepost 😀 <3
      Und deine "Kein-Bock-Challenge" finde ich großartig!! Gerade in diesem Bereich halten wir uns selbst so oft viel zu klein!
      Diese wunderbare Geschichte von Thich Nhat Hanh passt wahnsinnig großartig - danke für diese wertvolle Ergänzung. Am Wochenende ist mir ein weiteres Zität von ihm wiederbegegnet: "The quickest way out is in".
      In diesem Sinne wünsche ich dir ein warmloderndes Feuerchen, Kakao und Zeit, um für dich gut zu sorgen.
      Alles alles Liebe,
      Nathalie

  4. Liebe Nathalie,

    ich greife mal auf „Die Welt braucht dich nicht perfekt und fehlerlos.
    Die Welt braucht dich aktiv.
    Die Welt braucht dich in der Kraft.
    Die Welt braucht dich liebevoll.“

    Und genau DARAUF hab ich keinen Bock mehr! Ich habe keinen Bock mehr auf ständige Aktivität, keinen Bock mehr Kraft zu zeigen und schier endlose Kraft zu leben, keinen Bock mehr liebevoll zu sein, wenn mir doch gar nicht danach ist.

    Ich will zu meiner Erschöpfung stehen und mich nicht für sie und den laaaaangen Prozess des Ausruhens tadeln. Ja, ich wünsche mir Vitalität so weit es geht, aber ich will nicht jeden Tag darum kämpfen müssen. Ich glaube für mich geht es in erster Linie um AKzeptanz von dem was ist. Annehmen ohne zu werten und abzuwerten was mit mir ist. Und ja auch ohne in irgendeinen Aktionismus zu verfallen. Dazu gehört auch die Erwartungen an mich selbst und die der anderen an mich selbst loszulassen. Eine schwere Aufgabe… LG SAM

    1. Lieber Sam,
      ganz lieben Dank für deine Klärung und radikale Akzeptanz, die du reinbringst!
      Ja, damit wir (irgendwann) in der Kraft, damit wir (einmal wieder) liebevoll, damit wir hilfreich aktiv sein können, dürfen und müssen wir für uns sorgen. Und uns genau dir Heilungsräume schenken, die wir gerade brauchen – egal wie lang sie dauern.
      Und es ist noch wichtiger zu schauen, was jetzt gerade für uns selbst dran ist und damit in Kontakt zu sein. Das finde ich wunderbar, wie klar und konsequent du das in dein Leben holst!
      Hier findest du Impulse für liebevolle Selbstfürsorge.
      Alles Liebe,
      Nathalie

  5. So ein gelungener Post, durch Menschen wie dich werden auch andere Menschen wieder achtsamer und wir können mit einem neuen Bewusstsein eine neue, schönere Erde kreieren.
    Ich lerne selbst momentan so intensiv wie noch nie, mich selbst und das Leben immer zuerst voll und ganz anzunehmen und zu akzeptieren

    Mein eigener Blog geht um all meine Erfahrungen und Erlebnisse als menschliches Wesen auf dieser Erde. Momentan teile ich meine Inspirationen zu Themen wie persönliches Wachstum, ein veganer Lebensstil, kreatives Erschaffen, hauptsächlich aber einfach nur darum, sich selbst und das Leben voll und ganz für das zu lieben was es ist. Wenn du gerne über diese Themen liest würde es mich natürlich ganz doll freuen wenn du mal vorbei schaust
    Alles Liebe, Lea von http://leachristin.com

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