Löwenherz – Entfache es für das, was wirklich zählt

<3 Der Mythos vom Löwenherz <3

Die Löwin gebiert zwei Junge.
Doch sie werden tot geboren.
Da brüllt die Löwin – vor Trauer und Rage.
Sie brüllt so laut, dass die Löwenjungen erwachen.

Er beugte sich vor, in seinen nahezu blinden Augen schimmerte es. Uns alle packte eine gespannte Stille, die er mit einer Stimme durchschnitt, die bebend und klar, machtvoll und berührt zugleich war:

„We must roar, we must rage for life on Earth.
This is the time to release the lioness, the lion in our hearts.
This is the time to reclaim our own power.
We are so much more powerful than we think we are.“

[Deutsch:
„Wir müssen brüllen, wir müssen in Rage geraten für das Leben auf dieser Erde.
Das ist die Zeit, die Löwin, den Löwen in unseren Herzen frei zu lassen.
Das ist die Zeit, unsere eigene Macht und Stärke zurückzugewinnen.
Wir sind so viel mächtiger, als wir glauben.“]

Er erzählte uns von einem alten Gelübde aus dem Mahayana Buddhismus. „Die Zahl der Wesen ist unendlich; ich gelobe, sie alle vom Leiden zu befreien.“ Das ist ein paradoxes Gelübde. Wir geloben etwas von dem wir wissen, dass es unmöglich ist. Aber genau das ist gerade wichtiger als jemals zuvor.

Zugleich können wir das nur tun, wir können nur unsere Löwin, unseren Löwen frei lassen, wenn wir auch unsere eigene Macht zurückerobern.

 

Ein Löwenherz für das Leben

Eine Meditationszeit bringt meistens Ruhe, Auftanken, Leichtigkeit und Freude mit sich (für mich sind sie so etwas wie Luxusurlaub geworden. Kein Handy, keine Mails, keine Termine, dafür ganz viel Ruhe, Aufatmen, Auftanken, Heilung, Natur). Auch dieses Jahr an Ostern freute ich mich sehr darauf.

Doch diesmal sollte es etwas anders werden.

Nach diesem eindringlichen „Weckruf“ direkt am Anfang ließ mich vor allem eine Frage nicht mehr los: Wie erobere ich meine eigene Macht zurück? Denn ich wusste: Das ist der Schlüssel, um erdrückende Machtlosigkeit zu überwinden. Und das ist der Schlüssel zu dem Mut den es braucht, um tätig zu werden, Changemaker zu sein. Den es braucht, um grandiose, ja vielleicht sogar total verrückte Visionen anzugehen.

 

Die eigene Macht zurückerobern

Ich fragte Paramananda, den Menschen, der die Meditationszeit leitete und unser Löwenherz gerufen hatte.

Das weibliche Prinzip
„Vertrau deiner eigenen Natur. Vertrau dem weiblichen Prinzip.“ Das war mit das Erste, was er mir antwortete. Und das berührte mich total. Ob Frau oder Mann, wir alle haben sowohl eine männliche, als auch eine weibliche Seite in uns. Tatsächlich ist ein harmonisches Gleichgewicht und ein fließender Austausch zwischen diesen Seiten das, was eine gesunde, stabile, aber vor allem auch liebevolle und kraftvolle Persönlichkeit ausmacht. Und die weibliche Seite bedeutet für mich Feinfühligkeit und Intuition. Sie bedeutet Inklusivität, auch Schatten ins Herz schließen zu können. Sie bedeutet für mich auch Lebenskraft, in tiefem Kontakt mit sich selbst und geerdet, verwurzelt zu sein.

Wachstumsschmerz
Während seiner kurzen Vorträge oder Impulse war mir bereits aufgefallen, dass er die wirklich wichtigen Dinge, bei denen einem der Mund offen stehen blieb, oft mit „I don’t know why I’m saying that“ einleitete oder aber mit einem „Anyway“ abrundete. So nun auch bei dem Zweiten, was er mir sagte: „Du musst dein Herz brechen lassen.“  Etwas, das in einer Haut oder Schale ist, muss die Schale aufbrechen, damit es wachsen kann. Muss raus aus dem Kokon – und das kann schmerzhaft sein. Aber es ist vor allem auch befreiend. Und so geht es unserem Herzen auch.

Diese Worte klingen immer noch in mir nach. In diesem Artikel teile ich mit euch zwei Erkenntnisse über die innere Macht und wie wir sie zurückerobern können. Einige weitere, die noch in mir arbeiten, werden folgen. Hier geht es zu einem früheren Artikel zu Innerer Stärke.

 

Ist Macht gleich Macht?

Zunächst einmal bemerkte ich, dass Macht für mich negativ besetzt war. Nicht mehr so negativ, dass ich sie kategorisch ablehnte (jedenfalls nicht mehr bewusst), aber doch negativ in dem Sinne, dass sie etwas Zerstörerisches an sich hat. Und je mehr ich diese Ansicht mit den Worten von Paramananda zusammenbrachte – meiner Natur vertrauen, mein Herz brechen lassen – desto mehr brach sie auf.

Ist es wirklich Macht, vor allem innere Macht, andere Menschen oder die Natur zu unterdrücken, auszubeuten und zu zerstören? Und ja, wenn das eine mögliche Form von Macht ist, gibt es denn aber vielleicht auch noch eine andere Form von Macht, die viel tiefgreifender, tatsächlich viel machtvoller ist, als diese „alte Form“? Mir kam eine Szene von George W. Bush Junior in den Sinn. Mit glänzenden Augen, ganz berührt, fast kindlich und zerbrechlich berichtete er, wie tief beeindruckt ihn die Begegnungen mit dem Dalai Lama hinterlassen hatten. So tief beeindruckt, dass er den Dalai Lama selbst gemalt hatte.

Was wäre, wenn wahre Macht nicht bedeutet, belastende Themen oder andere Menschen zu unterdrücken, abzuwerten oder zu bekämpfen – sondern sie in unser Herz zu schließen, sie in ihrem eigenen Herzen zu berühren? Und mit ihnen im Herzen aufzustehen für das, was wichtig ist?

 

Ergreifst du deine Macht?

Nachdem mein grundsätzliches Verhältnis und Verständnis von Macht etwas weicher, fließender, lebensbejahender geworden war, geriet ich in ein kleines inneres Drama. Eine Aktion von einer anderen Teilnehmerin gefiel mir gar nicht und triggerte so einiges in mir.

Ich war wirklich sauer, wirklich verletzt und vor allem wirklich „das Opfer“. Bis mir eines Morgens beim Tagebuch schreiben klar wurde:

Ich ergreife meine Macht nicht.

Es gibt Situationen, da könnte ich Macht ergreifen. Macht vielleicht im Sinne von Initiative. Macht aber auch im Sinne von Für-Mich-Einstehen. Macht, das zu nehmen, was ich brauche. Macht Grenzen zu setzen oder eine Richtung vorzugeben. Aber in manchen Situationen tue ich das nicht.

Ziemlich überraschend – aber auch verdammt befreiend – war dann die logische Schlussfolgerung:

Ich bin diejenige, die meine eigene Macht begrenzt!

Klar gibt es Situationen, in denen jemand anders ganz bewusst und vielleicht mit ziemlich wenig Herzlichkeit Macht ausübt und wir aktiv kleingehalten werden. Aber in wievielen Situationen sind es tatsächlich nur wir selbst, die unsere eigene Macht begrenzen? Ich musste feststellen, dass bei mir die letzteren Situationen eindeutig häufiger vorkommen, als die ersten.

Aber warum bitte sollte jemand seine eigene Macht begrenzen??
Gute Frage… Warum kommt es vor, dass ich meine eigene Macht manchmal begrenze? Die Gründe, die ich bisher bei mir entdeckt habe sind: 1) Angst vor Ablehnung, 2) Angst etwas falsch zu machen, 3) keinen Kontakt zu mir und 4) Faulheit, die Verantwortung zu übernehmen, die z.B. mit einer Initiative einhergeht.

 

Dein Löwenherz erwecken

Ich lade dich ein dein Löwenherz zu erwecken und dir deine Macht zurückzuholen. Dafür teile ich mit dir zwei Praktiken, die ich selbst gerade einsetze, um dem Löwenherz zum blühen (und brüllen) zu verhelfen.

Reflexion: Deine Macht
Werde dir klar, wo deine Macht bereits blüht und wo sie herausleakt, norde dich wieder ein und decke die Mechanismen auf, die hinter der Macht-Begrenzung liegen. Vielleicht magst du dir Notizen machen:

  • Wo ergreifst du bereits deine Macht?
  • Wofür würdest du deine Macht gern mehr ergreifen? Was ist dir daran so ein Herzensanliegen?
  • Was hält dich davon ab, deine Macht zu ergreifen?

Löwenherz-Funken
Ja. Ich bin ein absoluter Fan von der Arbeit mit unserem Körper. Denn wenn wir etwas im Körper spüren, beginnen wir, es zu verkörpern. Und dabei ist es vollkommen egal, wie klein der Funken sein mag, mit dem wir starten. Unser Körper zeigt uns zudem, dass alles bereits in uns ist. Ob schlummernd oder tanzend, sanft oder rasend. Wir entscheiden, ob wir es erwecken und beflügeln wollen. Wir entscheiden es durch unsere Aufmerksamkeit.

Spüre in deinen Körper hinein: Wo entdeckst du gerade den Löwenherz-Funken? Auch wenn der erste Impuls sein mag, im Herzen zu schauen, kann er durchaus auch mal in die Hose gerutscht sein oder hauptsächlich im großen Zeh pochen.

Spüre hin. Und wenn du einen Funken Löwenherz entdeckt hast, nimm ihn wahr und gib im Raum mit deiner Aufmerksamkeit. Erlaube ihm, dass er ein klein wenig wachsen darf.

 

Meditation an Überraschungsort

Die Löwin in meinem Herzen flüstert mir schon seit Längerem eine Vision zu. Dieser werde ich nun folgen – und lade dich hiermit zu ihr ein.

Das Was:
Ein Meditationstag – offline, kostenfrei & an einem Überraschungsort

Die Intention:

  • Aufmerksamkeit schaffen für das, was nach wie vor passiert
  • Einen friedlichen Impuls setzen
  • In einem wirklich wunderschönen Rest uralten Waldes meditieren

Genaue Details erfährst du in den nächsten Wochen im happyroots-Letter.
Du kannst dich hier eintragen:

Von Löwenherz-Meditation erfahren

 

Und nun freue mich sehr auf deine Löwenherz-Berichte

Wann schlägt dein Löwenherz besonders hoch?
Was hast du mit deinem Löwenherz schon in die Welt gebracht?
Was möchtest du mit deinem Löwenherz bewirken?

 

Löwen-Power Grüße,

Glücklich sein

One Comment on “Löwenherz – Entfache es für das, was wirklich zählt”

  1. Hi Nathalie,
    was für ein kraftvoller Text. Deine Worte haben mich wirklich berührt. Macht habe ich auch immer negativ besetzt und ich glaube, dass mich diese Einstellung klein gehalten hat.
    Obwohl es nicht mehr so stark ist wie noch vor einem Jahr, gibt es noch so viele Momente, in denen ich nicht aus meiner Macht heraus agiere. Darauf will ich jetzt mehr achten.
    Danke für diesen inspirierenden Beitrag.
    Alles Liebe
    Janina

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