Mehr Lebendigkeit & weniger schlechte Gewohnheiten

Berlin.
Meine neue Heimat.
Ich stehe Vivaldi-hörend an einer Bushaltestelle (neben voller Körperpräsenz der beste Tipp, um in dieser Stadt bei sich zu bleiben).
Plötzlich spricht mich ein Mann in meinem Alter an:

„I have to make a decision. Yes or No?“ (s. Deutsch unten)
Ich stimme mich kurz auf sein Nervensystem ein.
„Well, I get a No.“
„Great, one moment!“
Er zückt sein Handy.
„You know, I just asked a random stranger and she said No.“

Deutsch:
„Ich muss eine Entscheidung treffen. Ja oder Nein?“
Ich stimme mich kurz auf sein Nervensystem ein.
„Nun, ich bekomm ein Nein.“
„Großartig, einen Moment!“ Er zückt sein Handy.
„Weißt du, ich hab gerade irgendeine Fremde gefragt und sie sagte Nein.“

Er kommt wieder zurück und es stellt sich heraus, dass wir beide Deutsch sprechen.
„Ja weißt du, ein Kumpel hat mich gefragt, ob ich auf ne fette High-Society-Party mitkomme.
Hätte mich 200€ gekostet und alle nehmen krasse Drogen.“
– „Ja kein Wunder, dass es ein Nein war!“ sage ich.
– „Ja, ich weiß, mir geht’s auch immer schlecht danach.

(Ich innerlich 🤦🏻‍♀️)

Danke auf jeden Fall, du hast mich gerettet!“
– „Na, für heute Abend vielleicht! Aber dein Körper sagt dir immer die Antwort.“

Wir quatschen noch ein bisschen bevor er auf ne andere Party weiterzieht
(ja, ich weiß. Keine Ahnung, ob da weniger Drogen im Spiel waren).

Das ist wirklich krass in Berlin.
Wie normal Drogen hier sind.

Das hat mich nach diesem Treffen bewegt:

  • Frage 1: Warum tun wir Menschen Dinge, die uns (später) schlecht fühlen lassen?
  • Frage 2: Warum nehmen Menschen ein kurzes High mit anschließendem Tief in Kauf?

Wenn dich diese Fragen auch bewegen – und du Lust hast, etwas an eigenen (insbesondere drogenfreien) Tendenzen zum Besseren zu verwandeln, kannst du jetzt mehr lesen.
Finde heraus, …

  1. was dieses Verhalten / diese Gewohnheit dir eigentlich Gutes tun möchte
  2. wie du damit Frieden schließt – um neu zu starten
  3. wie du Lebendigkeit in deinen Alltag holst:
  4. welche Tools auf Körper- Mindset & Seelenebene wirklich wirken
  5. wie dein Alltag sich verlebendisieren will <3

Frage 1: Warum tun wir Menschen Dinge, die uns (später) schlecht fühlen lassen?

Ich weiß, dass alles in uns, alle noch so widerstreitenden Impulse, liebevoll gemeint sind.
Selbst das Glauben von schädlichen Meinungen anderer…

„Drogen sind cool“;
„Ja was du trinkst nicht!? Bist du kein Mann oder was?“;
„Wie vegan!? Isst du dann Laub oder was?“

… erfüllt den Zweck, die Bindungen zu diesen Menschen aufrecht zu erhalten.
Erfüllt den Zweck dazuzugehören, Einsamkeit zu verhindern, einen Abklatsch von Wertschätzung zu erhalten.

Der Mann, der mich nach seiner Entscheidung gefragt hat, hatte einen ausländischen Namen. Vielleicht war das schon von Kleinauf seine beste Strategie, um in Gruppen zu „überleben“: Sich anzupassen, mitzuschwimmen, so zu sein, wie die anderen.

Und das ist verdammt liebevoll gemeint von unserem Nervensystem.
Das ist so so unendlich liebevoll gemeint.
Nur blöderweise ist das nicht immer die beste Strategie.

Was tust du, obwohl es dich schlecht fühlen lässt? (+ Übung)

Wir alle (!) haben diese Dinge. Kleinere, alltägliche Gewohnheiten, oder auch mal größere Ausrutscher.
Dinge, die wir tun, um dazuzugehören, schwierigen Emotionen zu entgehen, uns kurzfristig minimal besser zu fühlen, oder uns von Leerheit und Sinnlosigkeit abzulenken.

Was tust du, obwohl es dich (danach) schlecht fühlen lässt?
Nimm es wahr, ganz liebevoll.
Es gibt einen liebevollen, sehr sinnvollen Grund.
Wenn du magst, frage den Teil von dir, der das tut, sanft:

Warum tust du das?
Wovor willst du mich schützen?
Frage so lange nach, bis du die Antwort gefunden hast und es weicher in dir wird.

(Wenn du merkst, dass du allein nicht weiter kommst, kannst du mich hier für Unterstützung kontaktieren).

Wann immer wir Frieden mit einem Teil in uns schließen, haben wir die Möglichkeit, dass es sich weitet und ein anderes Verhalten, manchmal Stück für Stück, manchmal im Nu, möglich wird.

Frage 2: Kurzes High durch wenig Lebendigkeit

Dann gib es noch eine ganz andere Komponente bei Drogen:
Das Glücksgefühl, dass sie wohl geben können.
(Disclaimer: Ich selbst hab noch nie Drogen konsumiert und beziehe mich deshalb auf Menschis, von denen ich das glaubhaft gehört habe).

Gleichzeitig sind sie direkt gefolgt von einem intensiven tagelangen Tief.
Dieses Tief ist unausweichlich, denn alle Endorphin-; Dopamin-; und Serotonin-Speicher werden für dieses intensive High ausgeschöpft.

Warum könnte ein solch kurzes Super-High interessant sein, wenn es bekanntlich danach von einem langen und intensiven Tief abgelöst wird?
Ganz klar:
Wenn der Ist-Zustand so trist und grau, vielleicht sogar depressiv oder überfordernd ist.

Schritt 2: Neues Lebendigkeitsgrundrauschen durch echte Mini-Kicks

Der beste erste Schritt gegen deine „Süchte“ und die Dinge, die du tust, obwohl sie dir nicht gut tun, also unhilfreiches Verhalten aller Art, ist es, dir ein
positiveres Lebendigkeitsgrundrauschen
abzubauen.

Wenn wir unsere Lebendigkeit, unsere Lebensfreude auf hilfreiche, tatsächlich nährende Weise erhöhen, dann sinkt automatisch die Versuchung nach Fake-Kicks mit Nachwirkungen.
Denn dann wissen wir, was echte Lebendigkeit ist.

Wenn wir unser Lebendigkeitsgrundrauschen erhöhen wollen, ist es wie ein Training.
Wir trainieren unsere Nervensystem in kleinen Häppchen sich an mehr Lebendigkeit, mehr Freude, mehr Kraft zu gewöhnen.

Natürlich spreche ich hier nicht von Micro-Dosing.
Ich spreche von häufigeren, freudvollen Momenten, am besten auf unterschiedlichen Ebenen.

Körperfokus:

Hier geht nicht um Sport. Außerhalb der Grundschule war ich noch nie Fan von Sport. Sport klingt nach Arbeit, Disziplin, nach noch mehr Durchhalten. Als würden wir das nicht eh alle schon den ganzen Tag tun. Und als würde das, wenn wir das auch noch in unserer Freizeit tun, irgendetwas zum Positiven verändern!

Ne, hier geht es um Bewegung, in all ihren Facetten.
Bewegung, die dir direkt Freude machen.
Wo kein Zwingen, sondern nur reine Vorfreude ist.

Meine derzeitigen Lieblingsdinge:

  • Klettern im Hochseilgarten
  • Schwimmen im See
  • Tanzen, was ich fühle

You may also like (Das könnte dir auch gefallen):

  • Im Gras rollen (vs. das Gras rollen)
  • Auf Bäume klettern
  • Schütteln
  • Auf Mäuerchen u.ä. balancieren – einfach, weil du’s kannst
  • Acro-Yoga
  • Bogenschießen
  • Inliner fahren
  • Kampfsport
  • Trampolin springen
  • Handstand üben
  • Reiten
  • Dehnen, räkeln, strecken

Was sind deine Lieblinge? <3

Mindsetfokus:

Zum zweiten dürfen wir uns hilfreiche, nährende, ermutigende, weitende Gedanken angewöhnen. Es ist wirklich eine Gewöhnung. Und sie macht wirklich einen Unterschied.
Hier darf der Körper ebenfalls mit einbezogen werden.

Selbstwertschätzung: Alle kleinen Erfolge feiern mit Powerposing: Hände in die Luft, Fäuste geballt, „Tschakka!“.

Selbstliebe: Dir bei jedem Blick in den Spiegel sagen, dass du dich liebst – und nachfühlen, was das macht. Deine Liebe annehmen. Wirklich in dein Herz sickern lassen.

Radikaler Shift – Dankbarkeit: Immer noch die ungeschlagene Nr. 1 wenn es um schnelle Stimmungshebung mit Langzeitwirkung geht: Dich für immer mehr Dinge öffnen, für die du dankbar bist. Vielleicht mit einer Hand auf deinem Herzen.
Wichtig: Nicht für Dinge, für die du dankbar sein solltest. Bsp.: Ich bin nicht dankbar, dass ich aufgewacht bin, wenn das durch den Lärm eines Presslufthammers geschieht. Aber ich bin in dem Moment dankbar, dass es schön kuschelig warm ist.

Verwandeln von Limiting Beliefs: Bei jedem limiting belief („Ich werde nie…“; „Es geht immer schief“; „Die tollen Optionen sind schon weg“…) innehalten und einen korrigierenden realitätsbasierten Gegensatz formulieren:
„Ich erlaube mir…“;
„Die Dinge dürfen sich gut entfalten.“;
„Alle Optionen, die für mich bestimmt sind, lade ich ein, in mein Leben zu kommen.“

Seelenfokus:

YES. Auch deine Seele darf sich freuen. Deine Anbindung an deinen Wesenskern darf sich vertiefen. Das Entfalten deiner natürlichsten und kraftvollsten Präsenz darf jeden Tag ein Mü voranschreiten.
Und neben dem unweigerlichen „Gang durchs Schattental“ wo unverdaute, schwierige Gefühle gefühlt werden möchten, darf und sollte definitiv auch unser Licht gestärkt werden.

Herzkohärenz: Die Herzkohärenz stellt sich ein, wenn wir Liebe kultivieren. Dabei hilft z.B. die Metta-Meditation. Es ist die Meditation, die uns am direktesten mit unserem wahren Wesen (bzw. einer Kernessenz von ihm) verbindet: Liebevolle Präsenz. Mehr dazu, plus einen weiteren Weg, findest du in diesem Video von mir.

Naturverbindung: Barfuß auf Waldboden, angelehnt an einen Baum, entdecken wir unsere eigene Lebendigkeit wieder. Wir sind lebendig in einer lebendigen Welt. Wir sind Lebenskraft und alles um uns herum ist gespeist durch Lebenskraft. Natur hilft uns, genau das wieder zu fühlen und uns mit diesem Fühlwissen zu füllen.

Was würdest du tun…: Deinem Seelenweg auf die Spur zu kommen, ist von unschätzbarem Wert. Zugleich sind die Antworten oftmals krass und lebensverändernd (zumindest war das bei mir immer der Fall). Wenn du dafür prinzipiell offen bist – du darfst in deinem Tempo gehen, versprochen – lies weiter:
Moderates Level: Wenn ich so mutig wäre, wie ich gerne wäre, würde ich…
High-End Level I: Auf meinem Sterbebett würde ich bereuen (und tue ich noch nicht)…
High-End Level II: Wenn ich wüsste, ich würde in einem Jahr sterben, würde ich…

Nimm die Antworten ernst!
So verrückt sie dir erscheinen.
Nimm sie ernst!
Und dann trage sie in deinem Herzen, jeden Tag.
Nicht als Druck, sondern als Funken.
Nicht als Klotz, sondern als Samen, den du mit deiner liebevollen Aufmerksamkeit wässerst, sodass er langsam wächst.

Lebendigkeit in deinen Alltag:

Und jetzt du.
Wähle zu Beginn maximal drei LebendigkeitsErfahrungen pro Tag – aus jeder Kategorie eine.
Denn du kennst das: Wenn wir uns zu viel vornehmen, lassen wir alles sein.

Das Coole beim Körperfokus ist, dass du hier jeden Tag variieren kannst – damit tust du deinem Körper das Beste 🙂
Beim Mindset- und Seelenfokus empfiehlt es sich eher, bei einem dran zu bleiben, bzw. zwei miteinander zu variieren. Gleichzeitig ist dein Körperkompass der, der den Weg zeigt.

GANZ VIEL FREUDE
beim retten und gerettet werden 😀
DENN:
We all walk each other home.
Wir bringen uns alle gegenseitig nach Hause.

Deine

Glücklich sein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.