Authentische Kommunikation – Warum du aussprechen darfst, was in dir ist

…Authentische Kommunikation…

Stell dir vor, du wärst ganz du selbst.

Ganz da. Offen, fast entspannt, bringst du das zum Ausdruck, was in dir ist.

Was wirklich da ist, deinen echtesten Teil. Nicht die erste Schicht an Unwichtigkeiten und Semiwichtigem, mit der wir das zudecken und überspielen, was wirklich bedeutsam ist.

Ob schön und klar, oder traurig und verwirrt. Ob unbequem oder aufbauend. Ob für dich oder für den anderen – oder für euch beide. (Es ist eigentlich immer für euch beide, wenn es aus deinem Inneren kommt. Und das merkt der andere, wenn er mit seinem Inneren zuhört).

Das ist authentische Kommunikation.

 

Wie oft…

Wie oft schreckst du davor zurück, das zu sagen, was wirklich da ist?

Ich meine das, was Bedeutung hat. Das, was man „einem Fremden doch nicht einfach sagen/fragen kann“. Das, was „bestimmt nicht interessant“ ist. Das was vielleicht zwischen dir und deinem Gegenüber steht. Oder das, was dich gerade wirklich beschäftigt, was wirklich brennt. Das, was dich wirklich freut, das, was du wirklich bewunderst oder das, was dir Grund zur Hoffnung gibt.

Das sind die Dinge, die uns oft spontan durch den Kopf schießen, aber die wir dann bei Seite schieben.

Und entweder wir schweigen dann. Oder wir schieben alle möglichen anderen Dinge vor. Was ist hinter dem Frust über Kleinigkeiten, den du vielleicht teilst? Hinter der Enttäuschung über etwas, hinter der fröhlichen SmallTalk-Fassade, hinter der Beschreibung von Dingen, die du den ganzen Tag so tust, hinter deiner Freude über etwas, hinter dem Ärger über jemanden?

 

Was ist die nächsttiefere Schicht?

 

Sehr glückliche Menschen & authentische Kommunikation

„Sehr glückliche Menschen sind authentisch, ganz sie selbst.“

Das ist ein Befund, den es schon von Michael Fordyce gab, in den 60er Jahren. Und Sonja Lyubomirsky bestätigte das erst letztens.

Was aber wirklich spannend ist: Michael Fordyce entwickelte den allerersten „Happiness Kurs“ – er unterrichtete, wie man ein wirklich glücklicher Mensch wird. Und einer seiner Schwerpunkte war es, ganz man selbst zu werden, ganz authentisch zu sein. Und dazu gehört vor allem authentische Kommunikation.

Doch ist das wirklich so erstrebenswert?
Warum ist das ein so wichtiges Grundprinzip für ein erfülltes Leben?

Nun, je mehr wir wegdrücken, verformen, filtern, desto mehr Kraft brauchen wir dafür. (Die uns dann an anderen Enden fehlt).

Gleichzeitig bedeutet es auch, dass wir wichtige Teile von uns, Teile die zu uns gehören, wegdrücken, nicht da sein lassen, oder nur halb da sein lassen. Das heißt gleichzeitig, dass uns auch nicht unsere volle Energie zur Verfügung steht – wir sind ja noch nicht richtig ganz.

Vor allem aber berauben wir uns der Gelegenheit, mit anderen Menschen in echten Kontakt zu kommen. Je „echter“ wir selbst sind, desto größer ist die Chance, dass echte, freundschaftliche Nähe entsteht. Und das wiederum ist ein Grundpfeiler des Glücks.

 

Spontane Worte – Mein Experiment

Seit ein paar Monaten wird mir bewusster, wieviel ich immer noch zurückhalte. Und dass das manchmal echt schräge Situationen kreiiert…

Von schrägen Situationen

Zum Beispiel war mir die Art und Weise, wie ich mich in einer Situation verhalten hatte, echt unangenehm. Ich war nicht so präsent, herzlich, dankbar, wie ich es im Nachhinein hätte sein wollen. Und das führte dazu, dass ich diese beiden lieben Menschen eher mied und weniger echt war in ihrer Gegenwart. Und das führte zu weiteren unangenehmen Situationen… 😀 Bis ich es vor 4 Wochen endlich mal ansprach.

Von meinen Grenzen

Ein sehr wichtiges anderes Thema ist das liebe-volle Aussprechen meiner Grenzen. Lange bevor es auf explosive Weise aus mir rausschießt oder ich (etwas wahrscheinlicher) die Person gefrustet meide.

Eine älteren Dame drängelte sich in der Brezel/Weißwein-Schlange eines wirklich wunderbaren Chorevents vor. Wo ich zuvor wohl eher gefrustet geschwiegen hätte, teilte ich ihr da die tiefste Schicht mit, an die in diesem Moment herankam: „Wissen Sie, das finde ich gerade total traurig.“

Von der Magie in jedem Moment

Und ein so wunderwunderschönes Feld, dass ich durch dieses Experiment wiederentdecke und noch tiefer kennenlernen, ist die Magie, die geschieht, wenn ich dem spontanen Impuls folge, fremde Menschen anzusprechen.

Das vierminütige und sooso innige Gespräch mit einer älteren Dame über die geteilte Trauer, dass Bäume gefällt werden – und über Möglichkeiten sie zu schützen.

Der gemeinsame Gang Richtung Hauptbahnhof mit einem sehr sympathischen Mädel, auf dem wir nach einem spontanen Kompliment meinerseits die Tiefen von Erich Fromms „Die Kunst des Liebens“ ausloteten.

Das dankbare Lachen einer knallhart-liebevollen Powerfrau, die ihrer Freundin am anderen Ende der Leitung deren Dramamuster spiegelte und der ich mitteilte, wie stark ich das finde. Denn genau darum geht es auch: Menschen, die wir lieben, die aber gerade echt auf dem Holzweg sind, das zu spiegeln und die Konfrontation zu riskieren.

 

Deine natürliche Intelligenz

Natürlich meint eine authentische Kommunikation nicht, jedem Halbbekannten (und erst recht nicht denjenigen, bei denen solche Dinge nicht gut aufgehoben sind), von deinem tiefsten Schmerz, deiner größten Unsicherheit oder deiner stärksten Sorge zu erzählen.

Aber das darfst du bei Menschen, die dir wirklich nahestehen. Bei Menschen, denen du vertraust und von denen du dich vielleicht sogar eher abtrennst, wenn du das unterdrückst, was wirklich da ist. Gerade hier geht es ganz häufig um Impulse aus der nächsttieferen Schicht, anstatt um das Geplätscher an der Oberfläche.

Was ich bisher bemerke, gerade auch beim fremden Menschen: Wenn ich diesen spontanen Impulsen folge, entsteht eine berührende, tiefe(re) Begegnung. Diese Impulse sind genau passend für die aktuelle Begegnung.

Wir dürfen unserer Intuition wirklich trauen, die uns auf tiefere Schichten hinweist.

 

Achja: Natürlich merke ich auch des öfteren, dass ich NICHT dem Impuls folge.
Ich nehme diese Impule sehr viel bewusster wahr als noch zu Beginn des Jahres. Und dennoch fehlt es manchmal an Mut oder an Raum im Kopf.

Ich habe mich dazu entschieden, dass auch das ok ist 🙂

Eine liebe Freundin vervollständigte dies mit ihrer wunderbaren Formel:

  1. Bewusstmachen: Da habe ich einen Impuls verpasst
  2. Hinspüren: Da ist Reue/Traurigkeit/Scham/Frust… Es ist ok, dass ich diesen Impuls verpasst habe
  3. Intention setzen: Ab jetzt folge ich meinen Impulsen

 

Was von dem, was du bisher eher zurückgehalten hast, möchtest du mehr ausdrücken?

Was hält dich davon ab?

Und was könnte passieren, wenn du es einfach tust?

 

Liebe Grüße aus dem Innern,

Glücklich sein

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