Entscheidungen treffen – Wie du deinem Herzen folgst und richtig liegst

Entscheidungen treffen wir jeden Tag.
Viele kleinere, oft die gleichen, und manchmal begegnen uns große Entscheidungen, die es in sich haben.
Und alle haben eins gemeinsam: Wir sollten sie für mehr Glück in uns und in dieser Welt treffen.

Doch wie stellt man das an? Mit Nachdenken?

Entscheidungen treffen – Mit dem Herzen???

Das Ding ist: Deine Gedanken wissen nur, was dir dein ganzes Leben lang erzählt wurde. Und davon meistens eher das weniger Hilfreiche. Dein Verstand kann Gegebenheiten abwägen, Risiken einschätzen, sich Wissen aneignen und es abrufen und Lösungen für konkrete Probleme entwickeln. Aber er kann weniger gut weitreichende Entscheidungen treffen. Er kann nicht deinen Lebensweg bestimmen. Weil er davon keine Ahnung hat.

Was er tut, wenn du ihn damit beauftragst, ist uns allen bekannt: Er versucht alle Unwegbarkeiten abzuwägen und zu antizipieren, stellt Argumente gegenüber, fragt nach Meinung von anderen und dreht sich eigentlich ständig im Kreis.

Die Wahrheit ist: Niemand kann in die Zukunft schauen. Niemand weiß, was aus deiner Entscheidung einmal erwachsen wird. Uns fehlen einfach viel zu viele Informationen in diesem riesigen unglaublich vernetzten und irrsinnig komplexen Wunder namens Leben.

Auch dein Herz kann nicht in die Zukunft sehen. Aber dein Herz sagt dir, was jetzt gerade der nächste Schritt ist, der sich richtig gut anfühlt (oder richtig falsch, selbst wenn noch keine Alternative in Sicht ist).
Deshalb ist dein Herz dein verlässlichster Kompass. Denn wonach sonst kannst du gehen, wenn’s eh niemand weiß?

 

Weite oder Enge – deine Kompassnadel fürs Entscheidungen treffen

Es ist eigentlich ziemlich einfach. Bereits Einzeller zucken bei einer plötzlichen Berührung erschreckt zusammen (werden enger) und stürzen sich ungestüm auf Nahrungsquellen (werden weiter). Das ist bei uns Menschen noch ziemlich genauso. Nur haben wir viele viele Komplexitätsschichten draufgelegt, einen Sack hinderlicher Überzeugungen, Selbstzweifel und Ängste auf der Schulter und natürlich die Scheuklappen der Gesellschaft aufgesetzt.

Klar – Einzeller haben kein Herz. Und das „Entscheidungen treffen“ ist bei uns auch weitaus komplexer, weil es uns durch eine sehr dynamische und abgefahrene Welt navigiert. Dafür haben wir auch unwahrscheinlich viel mehr Ressourcen und Informationen – und ein Herz! – auf die wir direkt zugreifen können.
Und das tun wir bereits, jederzeit, unterbewusst.

Diese ganze Informations-, Ressourcen-, und Möglichkeitenflut wird bereits gebündelt. Da ist bereits ein Mechanismus in uns angelegt, der jederzeit eine Tendenz zur aktuellen Lage gibt: Bleiben oder lieber weg hier?
Der Mechanismus, mit dem wir gute, uns glücklich machende Entscheidungen treffen ist der gleiche geblieben, wie der des Einzellers: Fühlt sich das weit oder eng an?

Dein Körper als Vermittler

Enge oder Weite spürst du in deinem Körper. Dieses Gefühl kann auf der Höhe des Brustkorbs sein, manchmal aber auch deutlicher im Bauch oder in der Kehle. Einige spüren es auch im Schulterbereich (verkrampft oder locker?) oder im Kiefer oder Stirnbereich.

Dein Herz kommuniziert nicht unbedingt linear. Aber es kommuniziert über deinen Körper, stark spürbar!

Mach den Test:

Atme dreimal tief durch.

Stell dir vor, dass du dich mit einem Menschen verabredest, den du richtig lieb hast. Spüre in deinen Körper hinein – wie fühlt sich Brustkorb, Kehle, Bauch an? Wo spürst du Weite am deutlichsten?

Stell dir nun vor, du verabredest dich mit einem Menschen, den du echt nicht leiden kannst. Wie fühlt sich Brustkorb, Kehle, Bauch nun an? Wo spürst du Enge am deutlichsten?

„Das ist ja klar!“ wirst du jetzt vielleicht denken. Und ja, bei diesem Beispiel ist es recht klar, weil dein Verstand ebenfalls einige gute Gründe parat hat, warum der liebe Mensch so lieb ist und der andere… nun ja, eben nicht.
Etwas herausfordernder wird es in zwei Fällen:

  • Wenn deine Überzeugungen und das, was du von anderen Menschen so gelernt hast, mit dem kollidieren, was sich für dich richtig anfühlt.
  • Wenn Sorgen, Ängste und Selbstzweifel mit der Entscheidung verwoben sind.

 

Dein Gespür trainieren

Der erste Schritt, um auch in solchen Fällen dein Herz klar und deutlich hören zu können ist, dass du deine Aufmerksamkeit von dem Gedankenkarussel weg auf deinen Körper richtest.
Denn das Gedankenkarussel ist dein Verstand, der gerade vergeblich versucht den Job „Entscheidungen treffen“ auszuführen. Er kann dich wunderbar unterstützen, wenn deine Entscheidung gefällt ist und sehen, wie man Herausforderung X meistern, Hürde P nehmen oder Gespräch A führen könnte.
Aber im Moment der Entscheidungsfindung lenkt dich dein Verstand vom wesentlichen ab: Von dem was DU eigentlich wirklich willst. Von dem was dein Herz schon weiß.

Und diesen Fokus auf deinen Körper kannst du trainieren. Mit kleinen und doch irgendwie zwispältigen Alltagssituationen, in der dein Kopf dir was anderes sagt als dein Herz-Bauch-Komplex:

Einer weiteren Verabredung am Wochenende zusagen oder lieber etwas Zeit für mich nehmen?
Heute mal alleine Mittagspause machen oder wieder mit den Kollegen zusammen?
Noch einen Spaziergang im Grünen machen oder lieber schnell nach Hause?

Hör genau hin – in solchen Situationen trainierst du, die Stimme deines Herzens wahrzunehmen!
Hab Mut – je öfter du danach handelst, desto natürlicher und einfacher wird es für dich, deinem Herzen zu folgen.

Und wenn ich die falsche Entscheidung treffe?

Angst vor dem Unbekannten teilst du mit allen anderen Menschen. Es ist überhaupt nicht schlimm, Bammel zu haben, es ist etwas sehr Natürliches. Wenn dein Körper dennoch mit Weite auf eine Möglichkeit reagiert, vor der du auch Angst hast, dann kommt die Angst aus deinem Kopf. Aus dem Sack hinderlicher Überzeugungen, Selbstzweifel und Ängste auf deiner Schulter oder von den Scheuklappen der Gesellschaft.

Und es ist wichtig, dass du dir von dieser Angst nicht deinen Lebensweg diktieren lässt.

Erstmal etwas für deinen Kopf:
Gibt es überhaupt falsche Entscheidungen? Wenn niemand in die Zukunft gucken kann, wer könnte dann sagen, was eine falsche und was eine richtige Entscheidung war? Denk mal drüber nach… (hihi).
Wenn es also eh niemand weiß und wissen kann – warum dann nicht das tun, was sich richtig anfühlt, was mich weit werden lässt?
Und… was könnte schlimmsten Falls passieren, wenn ich die falsche Entscheidung treffe? Ist das wirklich so schlimm? Denk es mal zu Ende durch (nicht im Kreis!).

Fehler zu machen ist wirklich unangenehm. Und sie passieren jedem. Auch Steve Jobs, Elon Musk, Nelson Mandela und Mahatma Gandhi haben Fehler gemacht. Was unterscheidet sie von Hans Sorgenot und Marie Musterfrau? Sie haben weitergemacht! Sie haben ihre Fehler genommen und sie verwandelt – sie haben aus ihnen gelernt, sie haben die neuen Türen genutzt und vor allem haben sie nicht aufgehört, an ihre Träume und Visionen zu glauben.

Und nun etwas für dein Herz:
Ein wunderbares Kunstprojekt: „Ich bereue…“
Diesen Satz vervollständigten unzählige Menschen. Und Künstler Grayson Earle verwandelte sie in kleine Kunstobjekte in ganz New York.
Nun, was bereuen Menschen denn so? Vor allem drei Dinge:

  1. Sie bereuen, etwas NICHT getan zu haben, was sie von Herzen tun wollten.
  2. Sie bereuen, etwas aufgegeben zu haben, was sie geliebt haben.
  3. Sie bereuen, etwas (weiter) getan zu haben, das sich nicht (mehr) richtig angefühlt hat.

So zu leben, dass du ab jetzt nichts mehr bereuen musst, das ist Glück.
Du kannst wirklich drauf vertrauen: Dein Herz weiß.

Die Mut-Magie:

Wenn du den Mut hast, dich nicht von deinen Ängsten leiten zu lassen, dann kann wirklich Magisches passieren. Ich habe keine Ahnung woran das liegt, aber triffst du eine schwierige und weitreichende Entscheidung und du entscheidest dich für dein Herz, dann löst das eine Kettenreaktion an Türen, Möglichkeiten, Begegnungen und Fügungen aus, die du dir vorher nicht hättest erträumen können.

Die Geburt von happyroots wurde in wahrscheinlich drei Momenten ganz besonders entscheidend beeinflusst. Ein solcher Moment (der zweite) war meine Entscheidung, mein erstes Masterarbeitsthema an den Nagel zu hängen. Ich hatte schon Monate intensiver Arbeit hineininvestiert, mich durch den Klinikalltag geschlagen, die Teilnehmer getestet, geschrieben, nervenaufreibende Organisationskämpfe gehabt. Und eine handfeste Alternative? Gab es nicht. Nur diese Vision… Diese Vision von einem Happiness Kurs

Hätte ich mich damals nicht für die Vision entschieden, würdest du das hier heute nicht lesen.
Und als ich das alte Thema losließ, war meine Betreuerin auch von der Happiness-Kurs-Vision begeistert. Ich lernte meinen ersten Arbeitgeber auf einer Party kennen, der die gleiche Vision mit mir teilte. Ein Professor finanzierte mir die Messung des Stresshormons Cortisol (ohne dass ich ihn darum gebeten hätte!). Nach dem Kurs waren die Teilnehmer zufriedener, weniger gestresst und hatten niedrigere Stresshormonlevel… Und jetzt biete ich Happiness Kurse, Workshops, Seminare und Einzel-Mentorings an, gestalte Ausbildungen zum Happiness Trainer und blogge für dich.

Wie irre ist das denn!?

Und alles nur, weil ich in einem wichtigen Moment den Mut hatte, meinem Herzen zu folgen.

Keine Panik, bitte!

Herzensentscheidungen erfordern Mut, ja. Aber du brauchst dich nicht in die Panik zu manövrieren 🙂 Das folgende Bild hat meinen ängstlichen Geist schon oft entspannt:

Entscheidungen treffen

Die Komfort-Zone: Das ist der Bereich der Gewohnheit, der Bequemlichkeit, der (vermeintlichen) Sicherheit, der Routine. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden, ein bisschen Komfort brauchen wir alle! Aber willst du glücklich sein, musst du einen Schritt über diese Zone hinausgehen.

Die Mut-Zone: Das ist deine Zone! Die Zone des Wachstums, da wo sich dein Potential verbirgt und Magie auf dich wartet, die Zone, in die dein Herz dich führt. Und sie ist eine ZONE, das heißt du kannst mal einen kleinen Schritt hineinwagen, ohne gleich am Rande der Panik zu stehen.

Die Panik-Zone: Diese Zone brauchen wir nicht zu betreten, wenn wir Entscheidungen treffen. Panik ist nicht das Ziel! Natürlich kann es sich kurzfristig schon so anfühlen. Dies tut es aber meistens VOR einer Entscheidung – das ist dann die Komfort-Zone, die schreit: „Verlass mich nicht! Es war doch gerade so behaglich!“.

In dem Moment, in dem du die Komfortzone verlässt und in der Mut-Zone Fuß fasst, erweitert sich deine Komfort-Zone. Und auch deine Mut-Zone vergrößert sich.

Möglicherweise gibt es da eine Vision in deinem Herzen, die so groß ist, dass sie sich jetzt gerade noch nach Panik-Zone anfühlt. Aber das weiß dein Herz ja auch. Deswegen versorgt es dich mit den nächsten Schritten. Und vor allem wenn es eng wird – folge deinem Herzen, aus Liebe zu dir und deinem Glück.

Dein Herzensweg

Ich sage nicht, dass es viel einfacher wird, wenn du deinem Herzen folgst. Es werden weitere Herausforderungen kommen, du wirst weitere schwierige Entscheidungen treffen müssen und es werden auch harte Phasen kommen.
Ich sage nicht, dass es viel einfacher wird, wenn du deinem Herzen folgst.
Es wird schöner.

 

Was ist dein nächster Herzensschritt?

 

Mutige Liebe zu dir und deinem Glück wünscht dir

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2 Comments on “Entscheidungen treffen – Wie du deinem Herzen folgst und richtig liegst”

  1. Servus Nathalie,
    ich befinde mich oft in der Panikzone und werde immer wieder in die Komfortzone zurückgezogen. Die Mutzone, in der ich meine Ideen und Kreativität sehen und leben könnte, hat keine Chance. Es ist ein Teufelskreis …
    Damit bin ich immer am kämpfen/reagieren und werde immer kränker an Geist und Körper, habe keine Kraft mehr und gehe ein wie eine Blume ohne Wasser.
    Auch Gespräche mit Deinen Kollegen helfen nicht auf Dauer; das Licht am Ende des Tunnels scheine ich nicht zu erreichen …

    1. Lieber Pedro,
      ganz ganz herzlichen Dank für deine tiefe und offene Schilderung von dem, was dich bewegt – in einem Teufelskreis, wie du schreibst.
      Ist es so, dass deine Mutzone zu klein oder kaum vorhanden scheint und du deshalb bei einem Schritt aus der Komfortzone gleich in die Panikzone gelangst? Oder ist es eher so, dass du mit Mutzone mit einem großen Satz überspringst?

      Unabhängig davon kam mir der folgende Aspekt in den Sinn:
      Zum einen die Komfortzone. Sie ist ein wirklich wichtiger Platz. Sie ist der Status Quo, da wo wir gerade stehen und auch der Ort, von dem wir kommen. Damit ist sie in gewisser Weise unsere Basis. Wir alle brauchen Sicherheit, Strukturen, Dinge und Menschen, auf die wir uns in der Regel verlassen können, um in die Mutzone einzutreten. Wagt man den Schritt hinaus ohne eine solide Basis, kann es tatsächlich dazu kommen, dass man direkt in der Panikzone landet.
      Was könnte also deine Basis stärken?
      Zwei sehr einfache Dinge die ich persönlich sehr gerne tue und von denen ich weiß, dass sie vielen anderen Menschen auch helfen, sind:
      A) In schwierigen Momenten oder an furchtbaren Tagen auf meine Füße achten. Während ich stehe, gehe, sitze. Wie ist der Druck auf meiner Fußsohle? Wie rollt mein Fuß gerade ab? Und mir nach ein paar Momenten des Hinspürens bewusst zu machen: Meine Füße verbinden mich mit dem Boden, der mich trägt. Mit der Erde, die mich mit jedem Atemzug am Leben erhält. Die jede meiner Zellen nährt.
      Diese Übung gibt mir sehr viel Erdung.
      B) Mich fragen: Für was bin ich gerade dankbar? In den schlimmsten Momenten konnte ich bisher dennoch immer ein-zwei Sachen finden, für die ich wirklich dankbar war. ZB dass ich gerade atme. Oder dass diese schöne Blume gerade am Wegrand steht. Oder dass ein lieber Mensch gerade für mich da ist.

      Lieber Pedro, ich wünsche dir alles alles Liebe & ein immer-wieder-ankommen zu deiner Basis.
      Und ich freu mich, wieder von dir zu lesen!
      Mit lieben Grüßen,
      Nathalie

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