Machen oder Sein – Wie dir mit Leichtigkeit mehr gelingt

Ein ganz wundervolles, schönes und geerdetes neues Jahr mit viel frischer Leichtigkeit wünsche ich dir!

Was hast du im alten Jahr gelassen? Und was darf dafür mehr in dein Leben treten?

Als Carlos mir um kurz vor 12 über’m Baldeneysee diese Frage stellte, brauchte ich ein paar Momente, um die richtigen Worte zu finden. Doch dann war es klar:

Ich möchte viel „Machen“ im alten Jahr lassen – und viel mehr „Sein“ ins Neue einladen.

Nathalie am 31.12.18

Machen oder Sein

Dieses „Sein“, in dem viel mehr fliesst und auf natürliche Weise – im Flow – geschieht, ist so viel angenehmer, aber auch so viel ertragreicher als das „Machen“.

Beim Machen erwische ich mich eher unter Druck, eher beengt (Ohoh! Ego!) und eher angestrengt, getrieben und ruhelos. Bestimmte Aufgaben erledigt man damit, auch wenn man die Zeit nicht genießt, andere Aufgaben kommen in diesem Modus vollkommen ins Stocken.
Immer dann, wenn deine Kreativität gefragt ist, immer dann, wenn dein offener, neugieriger, klarer Geist gefragt ist, rennt man mit „Machen“ gegen eine Mauer. Das bereitet nicht nur Kopfschmerzen, sondern raubt auch immens viele Nerven und Energie oder frustriert vollends.

Ohja… Mit Kreativitätsmauern durfte ich ganz intime Bekanntschaft machen im letzten Jahr 😀
Also: Wie kann es ohne Machen klappen? Kann es das überhaupt?
Und wie betritt man das geheimnisvolle „Sein“?

Aktiv oder Passiv!?

Das Sein und das Machen sagen nichts darüber aus, ob wir im Aussen aktiv sind oder nicht. Sie sind eine innere Haltung.
Während dem Schreiben des Buches, während dem Schreiben von Blogartikeln, während Coaching Sitzungen, während Workshops ja sogar beim Spülen kann ich die Haltung des Machens oder des Seins einnehmen. Was ist der Unterschied?

Ganz bestimmt bedeutet der Machens-Modus nicht zwangsläufig, dass ich wirklich aktiv bin. Ich kann in diesem Modus einen ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringen ohne etwas wirklich brauchbares geschrieben zu haben.
Der Seins-Modus hingegen bedeutet genauso wenig, dass ich ein paar Zentimeter über dem Boden schwebend in das geheimnisvolle „Jetzt“ eintauche und nicht mehr ansprechbar bin. Ganz im Gegenteil: Im Sein habe ich das Buch geschrieben. Im Machen war ich in der Klemme.

Raum oder Enge

Der Seins-Modus bedeutet, dass ich ganz da bin, jetzt und hier. Und das ganz viel Fliessen kann. Dass ich aber auch wirklich Geniessen kann, wenn ich freie Zeit, Pausen und Auflockerungen erlebe. Und dass ich auch dann wirklich da bin (und nicht wie im Machen-Modus bei der Aufgabe).

Besonders prägnant ist zudem, wie sich diese unterschiedlichen Modi anfühlen. Der Machen-Modus ist vor allem anstrengend, eng, unter Druck. Er laugt richtig aus und trennt von dem, was gerade wirklich ansteht. Im Sein hingegen ist es offen, geräumig, Raum gebend, heiter – und er gibt sogar Energie, anstatt sie zu entziehen.

Druck oder Leichtigkeit

Mit diesem „Raum geben“ entsteht plötzlich ganz viel Leichtigkeit.
Deshalb ist diese Leichtigkeit (des Seins) der beste Indikator dafür, wie nah ich gerade am Sein dran bin.
Das andere Ende der Skala hingegen ist der Druck und die Enge – das „Machen“.

In Verbissenheit haben Menschen verdammt viel „gemacht“. Und manchmal ist dieser Modus auch hilfreich, er hilft uns dabei, unliebsame Dinge anzufangen und abarbeiten zu können.
Doch es geht auch angenehmer.

  1. Machen ist nicht der einzige Modus, in dem wir Dinge erledigen können –> Wir können sogar im Sein, mit Leichtigkeit, Wäsche aufhängen, Abspülen oder Einkaufen.
  2. Mit Machen kommen wir nicht weit, wenn unsere Kreativität, unser Einfühlungsvermögen oder unser Originalität gefragt ist –> Hier brauchen wir den Raum und die Leichtigkeit des Seins

Hinein ins Sein

Die wunderbare Nachricht ist: Du bist ganz oft bereits im Sein, in dieser Leichtigkeit, in dieser Offenheit. Wenn du liebe Menschen triffst zum Beispiel. Wenn du in der Natur spazieren gehst. Wenn du etwas Freudiges machst, was deine Abenteuerlust und deine Neugier weckt.

Doch – und da gebe ich dir vollkommen Recht – wenn etwas Nerviges ansteht, oder wenn du gar unter Zeitdruck etwas Neues, Schönes, Inspirierendes erschaffen möchtest, dann ist es furchtbar schwierig, in diese Leichtigkeit hineinzukommen. Mein bester Fund dazu ist:

Humor

In einem sehr amüsanten Video erklärt Vera Birkenbihl, eine untersetzte, etwas aggressiv sprechende, rundliche Frau, was zwischen dem Reptiliengehirn und den 0,3 Prozent der Bevölkerung liegt, die immer aus allumfassender Liebe handeln. Es ist der Humor.

Denn mit Humor sprengst du Enge und Rigidität. Humor ist nur möglich, wenn bereits ein wenig Raum da ist. Mit Humor entschärfst du sogar Druck. Frage dich: Was bringt dich zum Lachen?
Und dann hol dir mehr davon.
Mein Tipp: Vera Birkenbihl auf ihrem ersten Date:

Und die liebe Vera hat zu Beginn noch etwas gefragt: Kannst du über etwas Lachen? Meine Erfahrung ist – wenn ich über mein „Machen“ und meinen „Druck“ lachen kann – ist er so gut wie aufgelöst.

Ankommen

Sein bedeutet auch Anzukommen. Jetzt und Hier. Aus dem engen Hamsterrad auszusteigen und die frische Luft zu schnuppern. Nirgendwo, wo ich hingelangen muss. Nichts, was ich erreichen muss. Angekommen.

Dieses Ankommen hilft uns dabei zu bemerken, wie es uns gerade eigentlich geht. Was wir brauchen. Haben wir genug gegessen, getrunken, uns bewegt und Freude gehabt? Ankommen verhilft uns dazu, mit unserer Intuition in Kontakt zu kommen. Was ist ein nächster, hilfreicher Schritt?

Das Wichtigste bei diesem Ankommen ist offensichtlich der Ausstieg aus dem Druck-Hamsterrad. Und eine kleine sehr feiner Direkt-Möglichkeit möchte ich dazu mit dir teilen.

Drei achtsame Atemzüge

Komm in Kontakt mit deinem Atemfluss.
Spüre, wie er von ganz allein ein- und ausfließt… Du brauchst nichts dafür tun.
Schau, wo du den Atem und seine Bewegung gerade am deutlichsten wahrnimmst.

Und dann – für drei Atemzüge – sei ganz an diesem Ort.
Sei ganz bei deinem Atem und der Bewegung, die er verursacht.

Deine Leichtigkeit

Und nun bin ich unglaublich gespannt auf deine Erfahrungen!

Was unterstützt dich dabei, in Leichtigkeit, Raum und Weite zu kommen?

Wie ist es für dich, im Sein zu sein?

Einen leichtherzigen Gruß aus dem Buch-Endspurt sendet dir

Glücklich sein

3 Comments on “Machen oder Sein – Wie dir mit Leichtigkeit mehr gelingt”

  1. Ich habe sehr viele Ideen! Wie kann Ich Sie an Sie,weitergeben. Bitte eine Nachricht.

    Gruß Helmut /John Berg
    Bergstr.11 35305 Grünberg

  2. Liebe Nathalie, alles Gute für Dich im Neuen Jahr! ich finde mich gerade in Deinen Zeilen wieder. Ich habe in einer Gruppe eine Post-Reihe angekündigt, die ersten 2, 3 Beiträge geschrieben und heute? Sagt mir mein Kopf,: „Na los, heute musst Du wieder was schreiben, sonst finden Deine Lesen gedanklich den Anschluss nicht mehr.“ Aber Herz hat heute keine Lust. Ich bin nicht inspiriert. Es würde heute nicht leicht gehen. Das weiß ich. Und deshalb entscheide ich heute gegen den Kopf und schreibe nichts (zumindest nicht dort, wo ich „müsste“ :)). Leichtigkeit fühle ich immer, wenn es mir Freude macht, wenn es mir ein Bedürfnis ist, etwas zu tun und ich mich inspiriert fühle. Dann merke ich das sofort an meinem Herzraum. Der wird ganz weit und mein Herz schlägt irgendwie viel intensiver. Dann bin ich „mit dem Herzen dabei“. Und dann habe ich auch Erfolg.
    Danke für Deine schönen Beiträge immer wieder! Liebe Grüße Birte

  3. Hallo Nathalie,

    Danke für den schönen Beitrag, die Übung gefällt mir gut. Einfach, kann man sofort und jederzeit machen (im Sinne von Sein ;-)) und bringt mich sofort zu mir.

    Was du als „machen“ beschreibst geht bei mir oft mit dem Gefühl des „müssen“ einher. Da hilft es mir mich zu fragen, wie ich auf die Idee komme, die aktuelle Tätigkeit tun zu müssen. Und manchmal auch zu hinterfragen ob es umbewusste, alte Muster/Grundsätze sind. Rechtenschaft bin ich nur mir selbst und meiner inneren Haltung schuldig, und die kann ich hinterfragen und ändern.
    Ich hatte vor kurzem das Thema: Muss ich ein gutes Buch zuende lesen? Manchmal beginnen meine Gedanken alleine zu fliegen nach ein paar Kapiteln. Das Buch hat mich erreicht, schon vor Ende. Ich muss mich nicht durch die weiteren Seiten quälen nur weil ich das Buch gut finde und kann es sogar mehr schätzen als durchgelesene Werke. Ich definiere es unfertig als fertig 😉 und schwups bin ich das Gefühl des „müsste ich noch mal machen“ los.

    Ein anderes Beispiel wäre: Ich könnte statt aufzuräumen ja auch spazieren gehen und einfach mit dem Kürmel leben. Nach dem Gedanken kann ich mich entscheiden freiwillig aufzuräumen weil ich es will und mir das aufräumen mit schönen Gedanken oder Musik versüßen um es zu genießen und mich später darüber freuen das es ordentlich ist. Das funktioniert am besten wenn man zwischendrin auch mal mutig ist und nicht aufräumt und schaut was dann außen und innen passiert. (sonst wäre es ja nur ein Trick) Vielleicht sagt unerwartet niemand was dazu „wie unordentlich“ es ist. Oder man selbst hat zu einer anderen Zeit viel mehr Energie dafür. Oder es kommt ein anderes Familienmitglied auf die Idee, aufzuräumen. Im Inneren braucht es dann viel sein: Gelassenheit und zur Entscheidung stehen. ich habe nicht aufgeräumt, weil ich gerade z. B. erst mal einen Spaziergang an der frischen Luft brauchte. Der hat mir die Energie gegeben, mich auf den Besuch einzulassen. Das war in diesem Moment für mich das richtige, auch wenn etwas anderes erwartet wird. Oder feststellen, daß die Entscheidung blöd war und nächstes mal einfach anders machen 😉
    Mit der Zeit habe ich so früher unliebsame Aufgaben angenommen und erledige sie öfter im sein.

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