„Negative Menschen“ – Ein kleiner Trick, der dir und ihnen hilft

Negative Menschen aufhelfen

Hast du negative Menschen in deinem Umfeld, in deinem engen Kreis, die meistens nur das Negative sehen – und sich nicht aus dieser Schleife befreien können?

Es gibt zwei Arten von Menschen: Bienen und Fliegen.
Was suchen Bienen?
[… Bitte innerlich beantworten …] Und was suchen Fliegen?

Wir alle haben diese Fliegen-Tage mal. Und wissen meist, dass sie vorbei gehen. Unglaublich schmerzhaft ist es hingegen zu sehen, wenn Menschen, die wir sehr lieb haben, in so einer Schleife stecken bleiben.

Nun ist es, selbst wenn du als Coach oder Therapeutin arbeitest, nicht deine Aufgabe, alle deine Freunde und Verwandte zu therapieren. Das kann tatsächlich sogar auf starken Widerwillen stoßen (gerade wenn es „negative Menschen“ sind – also Menschen mit recht negativem Blick auf das Leben). (Und glaub mir, hier spreche ich aus der direkten Erfahrung ernüchternder Feldversuche ^^).

Die Herausforderung ist also: Wie kannst du dazu beitragen, auf entspannt-liebevolle Weise bei ihnen den Blick auf das Positive zu stärken? Und dabei nebenbei dafür sorgen, dass auch dein Frohsinn, deine Zuversicht wächst und du sogar (wieder) gern mit ihnen Zeit verbringst?

Negative Menschen und die Macht der kleinen Dinge

Das Wunderbare ist: Wir sind weder als Bienen, noch als Fliegen geboren. Vielleicht gibt es bestimmte Tendenzen, die bei dem einen stärker und bei dem anderen schwächer ausgeprägt sind. Aber was uns noch viel grundlegender ausmacht ist, dass unser Gehirn eine unglaubliche Möglichkeit hat, sich zu formen und neu zu gestalten. Neurowissenschaftlich wird dies „Plastizität“ genannt.

Und diese Plastizität zum Guten können wir sehr leicht und direkt anzapfen.

Was braucht diese Plastizität, um zu entstehen? Sie braucht Interesse – und Wiederholung. Durch Wiederholung beginnen sich die neuen Bahnen in unserem Gehirn zu festigen und zu vertiefen.

Die beste Routine: Jeden Tag nach dem Guten schauen

Es klingt viel zu simpel und ist gleichzeitig so ungemein wirkungsvoll. Wenn wir jeden Tag vor dem zu Bett gehen aufschreiben, was uns Gutes passiert ist, dann stärkt das

  • die Wahrnehmung von Fülle im Außen
  • ein Empfinden von innerer Fülle, von „mir geht es gut“, von leisem Glück
  • ein Gespür und Gefühl von Dankbarkeit (was sie so kraftvoll macht, liest du in diesem Artikel über Dankbarkeit)

Und das ist essentiell, um die Kraft zu haben, etwas Grundlegendes im eigenen Leben zu verändern. Denn wenn wir sogenannte „negative Menschen“ genauer ansehen, sie kennenlernen, ihre Lebensumstände betrachten, dann ist es oft so, dass sie tatsächlich eigentlich grundlegend etwas verändern müssten. Das kann für dich als Außenstehender ziemlich offensichtlich sein. Natürlich kann dieser stupide Job nicht erfüllen! Klar ist keine Energie und kein Lebensmut da, wenn Stärken und Leidenschaften verkümmern! Selbstverständlich ist ein Partner, der einen manipuliert und kleinhält eine unerträgliche Last!

Für diesen Menschen hingegen mag das die einzige Quelle von Sicherheit oder (falscher) Liebe und Fülle sein. Und deshalb fällt es ihm und ihr so schwer, loszulassen.

Ich glaube daran und habe es bei mir selbst ausschließlich so erlebt, dass ich ein inneres Fundament von Ressourcen und Vertrauen brauche, damit ich mich aus verfahrenen und manchmal auch schädlichen Lebensbedingungen lösen kann. Und genau bei diesem Fundament helfen uns positive Emotionen…

Die (bio)logische Wirkung von positiven Emotionen

Es gäbe so viel zu schreiben darüber, was allein positive Emotionen für eine wunderbare Wirkung haben. Hier mal drei spannende Dinge kurz und prägnant zusammengebracht.

Positive Emotionen…

  • … bauen Fähigkeiten und Ressourcen auf. Sie stärken unsere Fähigkeit zum Miteinander, können uns motivieren, unsere körperliche Gesundheit und Fitness zu nähren, ermöglichen uns, mit Freude und Begeisterung Neues zu lernen und schaffen innere Reichtümer von Ausgelichenheit, emotionaler Intelligenz und Selbstmitgefühl.
  • … machen flexibler in verfahrenen Situationen. Sind wir positiv gestimmt, sind wir sowohl bei der Lösung von Konflikten, als auch bei der Lösung von kniffligen Problemen wirkungsvoller, kreativer und „erfolgreicher“.
  • … stärken körperliche Gesundheit und die Regenerationskräfte des Körpers bei Krankheit. Alle Studienteilnehmer werden mit einem Erkältungsvirus konfrontiert. Wer erkrankt? Menschen, die von vielen positiven Gefühlen berichten, die sie erleben, erkranken fast gar nicht. Menschen, die eher von negativen Gefühlen berichten, erkranken hingegen fast alle.

Deine Einladung an „negative Menschen“

Was ist also nun der ganz konkrete Trick, um hilfreiche Bahnen im Kopf deiner Lieben zu stärken? Mein Vorschlag ist: Lade sie zu einem täglichen Austausch über kleine, gute Dinge des Tages ein.

Das klappt ganz unkompliziert via SMS, Threema, Mail, Telegram oder WhatsApp. Je nach Zeit könnt ihr sogar telefonieren. Neben dem Boosten eurer positiven Gefühle macht das zudem eure Freundschaft und Beziehung stark. Eure Verabredung bringt zudem eine sehr hilfreiche Verbindlichkeit mit hinein, die es euch beiden einfacher macht, dran zu bleiben.

Eine ganz großartige Möglichkeit, die schönen Momente für sich zu sammeln, landete letzte Woche in meinem Mailfach:

Das Glückstagebuch.

Moritz hat die Seite https://glueckstagebuch.net/ ins Leben gerufen und programmiert. Unkompliziert kann man sich dort ein Konto erstellen, seine Glücksmomente sammeln und wird per Mail daran erinnert.
Super cool: Auf der Startseite erhält man anonymisiert Einblick in andere Glücksmomente – und wird mitunter sogar inspiriert. Mein bisherige Favourit: „Heute auf dem Balkon übernachtet“.
Das Schönste: Moritz möchte kein Geld und lädt stattdessen zu Spenden für DON BOSCO Straßenkinder ein.

Tipps für „harte Nüsse“:

Wenn du schon weißt, dass der Widerstand beträchtlich ausfallen könnte („Was soll ich denn hier bitte positiv sehen!?“; „Ja, du immer mit deiner alles-haiti-taiti-Ansicht“) können folgende Tipps dein Vorhaben unterstützen:

  1. Stelle dein Eigeninteresse in den Vordergrund. Es kann geschickt sein, zu betonen, dass es dir darum geht, selbst deine Zuversicht zu stärken und dass du nun jemanden suchst, der dich darin unterstützt, die neue Routine auch wirklich aufzubauen. Vielleicht magst du sogar von einer aktuellen Herausforderung berichten, die auch dir manchmal die Laune verdirbt. Das hilft, eine Brücke zu dem anderen aufzubauen.
  2. Stelle die Wichtigkeit der Freundschaft in den Vordergrund. Sag diesem Menschen, dass dir die Beziehung zu ihm und ihr wichtig ist! Sag ihr, dass du dir wünschst, die Freundschaft oder Partnerschaft zu vertiefen – und dass du von einer tollen, einfachen Möglichkeit gehört hast, dies zu tun.
  3. Füge die Rubrik hinzu „Eine Sache, die mich richtig angekotzt hat heute, war…“. Damit holst du negative Menschen von dort ab, wo sie stehen und lässt sie so sein wie sie (gerade) sind. Damit steigt wundersamer Weise ihre Bereitschaft, sich auch positiven Dingen zuzuwenden. Und mitunter können sie dadurch sogar erkennen, was genau es ist, was sie so unzufrieden macht und ihre innere Bereitschaft stärken, das zu ändern. Ganz wichtig: Erst die Rubrik „angekotzt“, dann der Blick auf’s Positive!!

 

Ganz viel Freude beim Glück streuen und liebevolle Geduld wünscht dir

Glücklich sein

P.S.: Hier gibt’s noch ein paar Abwandlungen des normalen Glückstagebuchs:

 

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