Selbstwertgefühl – was es braucht & welche geheime Zutat 99% der Menschen vergessen 😉

Selbstwertgefühl

Wer wärst du mit einem unerschütterlichen Selbstwertgefühl?
Was würdest du tun, wenn du aus tiefstem Herzen weißt, dass du wundervoll & einzigartig bist?
Wie würdest du auf Kritik, Verlust und Schwierigkeiten reagieren?

Ein stabiles, tiefes Selbstwertgefühl hat nichts mit Narzismus oder Egoismus zu tun. Es ist vielmehr die sichere Basis und zugleich Triebkraft für wirklich stimmige Handlungen aus unserer Mitte heraus. So viele von uns sehnen sich nach diesem inneren Selbstwertgefühl, weil wir eigentlich genau dazu auf diese Welt gekommen sind: Um aus unserer Mitte unsere Mitwelt zu bereichern.

Erst mit Selbstwertgefühl können wir liebevolle Grenzen setzen. Und erst mit Selbstwertgefühl wissen wir, was wir wirklich zu geben haben – und geben es aus vollem Herzen.

Warum ist es also manchmal wie weggefegt?
Und welche geniale Zutat ist es, die uns wieder Zugang verschaffen kann (und die 99% von uns einfach vergessen)?

Wodurch sich unser Selbstwertgefühl speisen kann

Unser Selbstwertgefühl umfasst unsere Selbstwahrnehmung (bin ich „gut“, „schlecht“, „kompetent“, „liebenswert“, „Opfer“, „selbstwirksam“…) und unsere Haltung zu uns selbst (liebevoll oder strafend, priorisierend oder vernachlässigend, ernstnehmend oder kleinmachend…).

Die Nahrung für unser Selbstwertgefühl ist Wertschätzung.
Und diese kann nach Kirsten Neff aus zwei Quellen gespeist werden:

A) Wertschätzung von Außen

Im Kindesalter ist das Außen der erste Kanal, über den wir lernen wer wir sind. Aus den Reaktionen und Handlungen unserer Bezugspersonen, Lehrer*innen und „Idealen“ aus der Gesellschaft ziehen wir Schlüsse darüber, „wie wertvoll wir sind“. Liebe, Zuneigung, Da-Sein, Lob und Mitfreude hinterlassen liebevolle Spuren, harte Strafen, Gleichgültigkeit, emotionale Kälte, Gewalt und Abwertung hinterlassen zerstörerische Spuren.

Bleiben wir jedoch auch im Erwachsenenalter dabei (z.B. weil wir nicht den perfekten Start ins Leben hatten), ist unser Selbstwert abhängig. Was bedeutet das?

  • Zum einen ist unser Selbstwert starken Schwankungen unterworfen ist – denn wir können weder andere Menschen, noch alle Lebensbedingungen kontrollieren.
  • Zum anderen besteht die Gefahr, dass wir uns von uns selbst und dem, was eigentlich richtung und stimmig für uns wäre, entfremden.

Vielleicht führt dieser Fokus nach Außen dazu, dass wir Erfolg, Schönheit, Macht oder Geld anstreben, es kann jedoch genauso gut sein, dass wir unsere Grenzen missachten, es anderen Recht machen, nicht wirklich wir selbst sind oder uns für sie verausgaben, aus Angst, ihre Wertschätzung ansonsten zu verlieren.

B) Wertschätzung von Innen

Bei einem idealen Start ins Leben wäre eine natürliche von Innen kommende Wertschätzung unser Begleiter. Es wäre selbstverständlich, uns liebevoll und wohlwollend zu betrachten, natürliche, lebendige Motivation zu spüren und klare, freundliche Grenzen zu setzen.

Diese innere Quelle vom Selbstwertgefühl macht uns unabhängig.
Sie ist stabil und unterliegt weniger starken Schwankungen (auch wenn Herausforderungen, Kritik und ähnliches uns natürlich auch dann beschäftigen können und dürfen).
Und sie erlaubt uns vor allem, wir selbst zu sein und immer mehr zu uns selbst zu finden.

 

Selbstwergefühl von Innen stärken

Die schlechte Nachricht ist:

Die innere Quelle von Selbstwert wird in der allgemeinen Gesellschaft nicht gefördert. Hier dominieren „Ideale“ die zu Vergleichen anregen, ja, sie uns fast schon aufzwängen, und untergraben ein von innen kommendes Gefühl von Ganzheit. Das Bildungssystem und das wirtschaftliche System reduzieren Menschen auf Leistung und Output: nur dann sei man etwas wert. Das führt dazu, dass Selbstausbeutung („Workoholism“) fast schon als Tugend angesehen wird und Selbstentfremdung, das Unterdrücken eigener Bedürfnisse damit vorprogrammiert ist.

Die gute Nachricht ist:

Wir können jederzeit damit beginnen, die innere Quelle für unser Selbstwertgefühl anzuzapfen. Diese innere Quelle ist gleichzusetzen mit einer bedingungslos liebevollen Haltung – und die lässt sich trainieren! Jeder Moment, den wir dies (für mindestens 12 Sekunden) üben, schafft neue Bahnen in Gehirn und Nervensystem und setzt dem Alten etwas entgegen.

Eine liebevolle Haltung bedeutet nicht, dass wir plötzlich nachlässig werden. Sie bedeutet, dass wir eigene Fehler ohne Selbstzerfleischung als Lernerfahrungen annehmen können. Sie bedeutet, dass wir nach und nach lernen unsere Energie für das einsetzen, wofür wir in unserem Inneren ein „Ja“ spüren. Sie bedeutet sogar, dass wir leichter mit Verhalten aufhören können, dass uns nicht gut tut, weil wir nun anstatt „harte Disziplin“ liebevolles Selbstcommitment einsetzen.

Mehr dazu findest du unter anderem in diesen Artikeln:

Die beste Selbstwertgefühl-Nachricht ist:

Es gibt einen geheimen Selbstwert-Hack, der diese liebevolle Haltung auf wundervolle und rasante Weise stärkt – und dann auch noch mega viel Spaß macht 😀

Das ist die geheime Zutat die 99% der Menschen immer noch vergessen, wenn sie sich aufmachen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken:

Selbstwertgefühl - feiern

Die Geheimzutat: Dich selbst feiern

Ja, du hast richtig gelesen. Dich feiern. Einfach so.
Ohne, dass du irgendein Projekt abgeschlossen, einen Meilenstein erreicht oder einen „Erfolg“ zu verbuchen hättest. Ja, sogar ohne dass du Geburtstag haben musst!

Sich zu feiern ist Teil von Selbstwertschätzung – und wird dennoch fast immer vergessen. Vielleicht finden wir unsere Stärken heraus, vielleicht sagen wir uns positive, liebevolle Affirmationen jeden Tag, vielleicht kultivieren wir auch Freundlichkeit zu uns selbst durch Meditation.

Das alles sind wundervolle und wichtige Schritte. Und jeder Schritt verdient es, dass wir uns feiern.

Ohne feiern geht’s nicht zurück ins Selbstwertgefühl

Wenn wir diese Schritte gehen, und uns nicht dafür feiern (und uns auch nicht unabhängig von irgendeinem Schritt oder Nicht-Schritt feiern), dann bleiben wir in dem Aberglauben, dass wir uns noch verändern müssten, dass wir „noch nicht“ gut genug sind, dass wir dies oder jenes noch tun müssten, um es zu verdienen, dass wir uns wertvoll fühlen.

Das ist der Kern, der uns in konstantem Selbstliebe-Mangel hält. Wir projizieren das „verdienen“ oder „erreichen“ immer noch in die Zukunft.

Zeit zum Feiern? Das Lebensrad

Mit einer Bekannten und grandiosen Frau, die ich letztens besuchen durfte, sprach ich über das Feiern. Sie ist sehr naturverbunden, eingebettet in die natürlichen Rhytmen und erzählte mir vom Lebensrad (hier geht’s zu Vera’s Seite). Dieses Lebensrad besteht aus 4 Abschnitten, die sich stetig wiederholen.

  1. Phase 1: Planen
  2. Phase 2: Umsetzen
  3. Phase 3: Feiern
  4. Phase 4: Ruhen und Reflektieren

Besonders berührend finde ich, dass diese vier Phasen auch den Phasen des weiblichen Zyklus entsprechen.
Und hier kommt der Clou: Alle Phasen sollen gleich lang sein.
Auf vier Wochen ausgelegt bedeutet das: Eine Woche planen, eine Woche umsetzen, eine Woche feiern, und eine Woche Ruhen und Reflektieren.

Da stellst sich die berechtigte Frage:

Warum haben wir feiern verlernt?

Zum einen leben wir in einem System, das, wie bereits oben angerissen, Maximierung von Gewinn zur Hauptpriorität macht und dadurch Ausbeutung von uns selbst, anderen und der Erde nach sich zieht. Wir sind eigentlich im konstanten Umsetzen. Eventuell wird noch ein klein wenig geplant (aber auch das scheint mehr und mehr abzunehmen).

Darunter liegen jedoch alte Überlebensprogramme, die in unserer Tiefe wirken, mal wichtig waren und jetzt Fehl am Platz sind. Ihr „Da-Sein“ drückt sich zum einen in dem ökonomischen System aus, man könnte es als Folge alter Überlebensprogramme sehen. Zum anderen werden sie in jedem von uns durch das bestehende System verstärkt. Thomas Hübl spricht in diesem Zusammenhang von kollektiven Traumata – die wir alle als Individuen ebenfalls in uns tragen.

Diese Überlebensprogramme lassen keine Zeit fürs feiern. Ist ein solches Programm aktiv, kommt es der betreffenden Person wie purer Wahnsinn vor, jetzt aus dem starken Antrieb auszusteigen, der sie im konstanten Tun hält. Oder es kommt ihr wie blanker Hohn vor, da kaum Lebensfreude und Lebendigkeit spürbar ist.

Wie können wir feiern wieder lernen?

Nun… das basale Grundrezept ist einfach 😉
–> ES TUN!

Und: Wir dürfen es uns leicht machen! Mit diesen Leicht-Machern:

1. Klein anfangen.

Jetzt gerade nimm dir kurz Zeit: Wofür feierst du dich heute? Vielleicht hattest du Freude beim Sport. Vielleicht bist du aufgestanden, obwohl dir nicht danach war. Vielleicht hast du einer Freundin Mut gemacht. Vielleicht hast du dir einen richtig guten Kakao gegönnt. Vielleicht hast du Nein gesagt. Vielleicht bist du durch eine schwierige Emotion hindurch gegangen. Vielleicht überlegst du gerade ernsthaft, dich öfter mal zu feiern! Was auch immer es ist: Sag es dir. „Ich feiere mich dafür, dass…“. Streck die Arme in die Luft oder schmeiß dein Lieblingslied an und tanze eine Runde.

2. Es trotzdem tun.

Ja, die Überwindung scheint manchmal gigantisch zu sein. Wofür soll ich mich schon feiern? Was hab ich denn erreicht? Stolz – dann bin ich eingebildet. Spür den Widerstand. „Da ist ein Anteil von mir gerade im Widerstand.“ Und dann… Tu es trotzdem 😉 Und dafür kannst du dich dann direkt auch noch feiern.

3. Es ist unnormal dich nicht zu feiern.

Wenn du feierst, küsst du etwas ursprünglich Menschliches, ein Bedürfnis in dir und jede*r anderen wieder wach. Erinnere dich an das Lebensrad, an den weiblichen Zyklus, an die Jahreszeiten. Die Natur um uns herum feiert. Dass wir es verlernt haben ist ein Teil einer nicht lebensbejahenden Kultur.

4. Du machst die Welt ein Stückchen besser!

Denn wenn wir es wieder lernen, vielleicht sogar andere dazu einladen, säen wir die Samen für Selbstliebe. Und für eine lebensdienliche Gesellschaft, die alle Aspekte unseres natürlichen Wesens mit einbezieht und gleichwertig hält.

5. Zusammen feiern.

Vor kurzer Zeit habe ich mit einer lieben Freundin mich und sie gefeiert. Wir hatten beide drei mutig-intensive Wochen hinter uns und haben uns mehrere Stunden Zeit genommen, uns zu feiern. Was besonders kraftvoll war: Das Bezeugen und Bezeugt-Werden. Dadurch landet es noch einmal tiefer in unserem Wesen.

Am Selbstliebe-Tag werden wir auch diesen elementaren Schritt zurück in unsere Selbstliebe gehen. Wir werden uns gemeinsam feiern. Du wirst entdecken, wofür du dich feiern magst, darfst dich ausprobieren und in einem sicheren Raum bezeugt werden. Damit deine Selbstliebe Nahrung erhält fürs volle Blühen <3

Selbstliebe-Tag für mehr Selbstwertgefühl durch feiern :-)

Mehr zum Selbstliebe-Tag erfährst du hier

Wofür feierst du dich heute? Teile es mit uns <3

(Ich feiere mich heute dafür, mir Zeit zum Gefühle fühlen genommen habe, bevor ich angefangen hab zu arbeiten – die Versuchung war groß, direkt durchzustarten!).

Von Herzen,
Glücklich sein

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